Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel BASF-Infotag lockt 2000 Besucher

Die Interessenten konnten beim Infotag verschiedene Stationen kennenlernen.
Die Interessenten konnten beim Infotag verschiedene Stationen kennenlernen.

Umschauen, orientieren, bewerben – rund 2000 Besucher waren beim BASF-Infotag zu Gast und schauten sich nach einer möglichen Ausbildungsstelle um. Das Besondere dabei: „In diesem Jahr haben wir den Infotag mit einem Zugang für Quereinsteiger verbunden“, sagt Markus Hermann als Leiter des Bereichs Aus- und Weiterbildung.

Gerade für Schüler ist die Orientierung nach der richtigen Ausbildung gar nicht so leicht. Und das gleich in doppelter Hinsicht, denn in Deutschland locken nicht nur etwa 330 Ausbildungsberufe und mehr als 22.000 Studienfächer, sondern die Zeit der Orientierung fällt auch noch mitten in die Pubertät: „Eine Zeit, in der rationales Denken schwerer fällt“, erklärte Daniela Kalweit in einem der parallel angebotenen Vorträge. Die richteten sich vor allem an die Eltern: „Denn Eltern, Geschwister und Praktika sind weiterhin die wichtigsten Ansprechpartner für die Berufswahl.“

Und natürlich Schnupperkurse, auch wenn die beim Informationstag selbstverständlich ein wenig umfassender ausgefallen waren. „Wir durchlaufen mehrere Stationen auf dem Weg zum Anlagenführerschein. Ein spielerischer erster Werksausweis sozusagen.“

Noch 200 Plätze frei

Dieser könnte noch in diesem Jahr zu einer echten Zugangsberechtigung werden, denn obwohl am 1. Mai bereits die Bewerberrunde für das Jahr 2024 begonnen hat: „Wir haben auch für den Ausbildungsstart in diesem Jahr noch rund 200 Plätze frei“, informierte Markus Hermann. Das gelte für den gesamten Elektronikbereich, aber auch für das „Kerngeschäft“ der BASF, die Chemikanten als größte Ausbildungsgruppe im Werk. „Dafür wollen wir ein Stück weit begeistern“, erklärte der Ausbildungsleiter, warum das Stammwerk am Samstag die Türen zu den Ausbildungswerkstätten ganz weit geöffnet hatte.

„Man sieht eine Menge bekannter Gesichter, die ihre Familien mitgebracht haben“, beobachtete Betreuungsausbilderin Jessica Wiea-Bühler. Und für die gab es einiges zu entdecken. Nicht allein der Einstieg in die virtuelle Realität, in der die Anlagen ganz ungefährlich erkundet werden konnten, sondern auch über eines der beiden größten Technika, durch dass die beiden Auszubildenden Celina Magin und Thea Müller ihre möglichen Nachfolger führten.

Chemikanten sind besonders gesucht. Auch Quereinsteiger sind willkommen.
Chemikanten sind besonders gesucht. Auch Quereinsteiger sind willkommen.

„So ähnlich haben wir auch angefangen. Ich habe hier ein Praktikum gemacht“, berichtete Magin. Beide sind in ihrem zweiten Lehrjahr als Chemikanten. „Hier ist es genau wie draußen an den echten Anlagen. Es ist nur ein bisschen kleiner, und einige Leistungen sind aus Glas, damit man auch die Auswirkungen sieht, wenn man Hebel, Regler oder Pumpen bedient“, erläuterten sie.

Zum Eignungstest eingeladen

Handwerkliches Geschick ist natürlich ebenfalls nötig, was die Besucher in der Station „Was sonst noch ist“, erfuhren. „Hier geht es darum, was Chemikanten außerhalb ihres eigentlichen Berufsfelds bei uns sonst noch lernen“, erklärte Wiea-Bühler. Gerade an den Wochenenden müssten die Chemikanten schließlich kleinere Reparaturen, etwa eine Dichtung erneuern, selbst vornehmen. „Das sind die einzigen, die immer da sind“, so die Ausbilderin. Messwarte, Sicherheitsauflagen und vieles andere mehr waren die „Hürden“ auf dem Weg zum Anlagenführerschein, der mit ein wenig Neugier und gutem Zuhören letztlich aber für niemanden ein echtes Problem darstellte.

Neben dem großen Themenschwerpunkt der Chemikanten hatten aber natürlich auch alle anderen Werkstätten geöffnet, warben Mechatroniker, Eisenbahner, Glasapparatebauer, aber auch die Gastronomiebetriebe und viele andere mehr für die Vielfalt der Ausbildung bei der BASF. Und einige blieben direkt hier. „Wir wollen in diesem Jahr 175 Chemikanten als Quereinsteiger gewinnen“, verriet Klaudia Cipri, die für diesen Bereich warb. Und das offensichtlich mit Erfolg: „Wir hatten schon nach der ersten Stunde mehrere Kandidaten, die wir für die kommende Woche zum Eignungstest eingeladen haben.“

Allerdings spürt offensichtlich auch die BASF ein nachlassendes Interesse am Thema Ausbildung. Immerhin hatten im Vorjahr noch rund 500 Menschen mehr die Gelegenheit zur umfassenden Information genutzt. Oder es fehlte das, was Daniela Kalweit in ihrem Vortrag „einen liebevollen Tritt in den Hintern“ nannte.

x