Ludwigshafen
BASF-Gefahrenabwehrzentrum: Fünfgeschossiger Neubau nimmt Form an
Autofahrer, die auf der Brunckstraße unterwegs waren, kennen die Großbaustelle am Rand des BASF-Werksgeländes zwischen dem Aweta-Gebäude und dem Tor 3: Hier wird das neue Gefahrenabwehrzentrum des Chemiekonzerns gebaut. Nach dem Abriss einiger Altbauten – unter anderem der alten Werksambulanz – wurde im Herbst 2025 der Grundstein für den Neubau gelegt. Eine riesige Baugrube entstand. Mittlerweile ist das Fundament fertig und die Arbeiten am Rohbau haben begonnen.
200 Meter lang, bis zu 27 Meter hoch wird sich das neue Gebäude entlang der Friesenheimer Brunckstraße erstrecken. Die Fassade wird aus Glasfaserbeton- und wellenförmigen Aluminiumelementen bestehen. Platz bietet es für 19 Groß- und Spezialfahrzeuge der Werksfeuerwehr sowie vier Stellplätze für Fahrzeuge der Umweltüberwachung.
Zudem werden hier die Integrierte Leitstelle untergebracht sowie das konzerneigene Krisenmanagement, das in einem Schadensfall zusammentritt. Auch die Umweltzentrale mit einem Labor für Wasser- und Luftanalysen sowie die Standortsicherheitszentrale werden hier angesiedelt. Bis zu 130 Mitarbeiter finden Platz in dem rund um die Uhr besetzten Gebäude. Es gibt eine eigene Kantine und Schlafmöglichkeiten.
Inbetriebnahme 2028
Jörg Urban, Projektleiter für das Gefahrenabwehrzentrum, hat am Montag den Bauausschuss des Stadtrats auf den aktuellen Stand gebracht: Die Fertigstellung des fünfgeschossigen Gebäudes ist für Anfang 2028 geplant. In der folgenden zweiten Jahreshälfte ist die Inbetriebnahme vorgesehen. Die Investitionskosten liegen nach früheren BASF-Angaben im niedrigen dreistelligen Millionenbereich.
Im Bauausschuss sprachen die Verantwortlichen von einem „ambitionierten Projekt in wirtschaftlich schwierigen Zeiten“. Der Neubau sei eine Investition in die Zukunft und die Sicherheit des Standorts Ludwigshafen. Oberbürgermeister Klaus Blettner (CDU) betonte vor dem Hintergrund von Sparmaßnahmen bei der BASF und dem geplanten Verkauf Tausender Werkswohnungen: „Wir freuen uns über jedes Bekenntnis zum Standort Ludwigshafen.“
Zukunft Süd-Wache offen
Was in der Zukunft mit der über 100 Jahre alten Feuerwache Süd an der Carl-Bosch-Straße gegenüber von Tor 2 geschieht, wollten die Politiker wissen. Dies sei noch offen, hieß es von den BASF-Verantwortlichen. Momentan sind dort ein Teil der Werksfeuerwehr und die Umweltzentrale untergebracht.
Der Neubau habe viele Vorteile für die Einsatzkräfte: Sie müssen künftig nicht mehr die Carl-Bosch-Straße und die Brunckstraße überqueren. Stattdessen liegt die Ausfahrt für die Einsatzfahrzeuge auf dem Werksgelände in unmittelbarer Nähe zum Tor 3. Das ermögliche der Werksfeuerwehr, schneller am Einsatzort zu sein.
Im Neubau soll übrigens auch ein Mosaik unterkommen, das einst eine Wand in der 21. Etage des Friedrich-Engelhorn-Hochhauses der BASF schmückte. Der Erhalt des Mosaiks war eine Auflage des Denkmalschutzes bei der Genehmigung des Hochhausabrisses, der 2013/14 erfolgte. Der Wandschmuck soll künftig die Kantine und den Aufenthaltsbereich des Gefahrenabwehrzentrums schmücken.