Ludwigshafen RHEINPFALZ Plus Artikel Badeweiher in der Stadt: Wasserqualität ausgezeichnet

Das Gelände des Ludwigshafener Schwimmvereins am Willersinnweiher ist nur für Mitglieder zugänglich.
Das Gelände des Ludwigshafener Schwimmvereins am Willersinnweiher ist nur für Mitglieder zugänglich.

Wer in Ludwigshafen lebt, der hat es an heißen Sommertagen nicht weit zum Wasser. 17 Seen und den Rhein gibt es in der Stadt. In vier Weihern ist das Baden erlaubt. Im Fluss teilweise auch, aber Experten warnen davor.

Die vier Ludwigshafener Badeweiher sind gut über das Stadtgebiet verteilt: Im Begüten- und im Willersinnweiher zwischen Oggersheim und Oppau, in der Großen Blies in Mundenheim und im Kiefschen Weiher in Rheingönheim darf in den Sommermonaten geschwommen und geplanscht werden. Vom 1. Juni bis 31. August dauert laut dem Badegewässeratlas Rheinland-Pfalz die gesetzlich festgelegte Badesaison. Frei und ohne Eintritt zugänglich sind der Begütenweiher und der Kiefsche Weiher. Dem Badegewässeratlas zufolge ist die Wasserqualität aktuell in den vier Seen „ohne Beanstandungen“.

Der Begütenweiher

Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg ist der Begütenweiher durch Kiesabbau entstanden. In den 1970er-Jahren ist dann zwischen Friesenheim und dem Wohngebiet Notwende-Melm in Oggersheim ein großes Freizeitgelände mit ausgedehnten Spiel- und Liegewiesen angelegt worden. Der Begütenweiher ist der zweitgrößte der vier Weiher des Naherholungsgebietes „Willersinnweiher“. Die westliche Uferböschung hat die geringste Neigung. Auf der Südseite ragt ungefähr in der Mitte eine Halbinsel mit einer ehemaligen Gaststätte, dem Baggerhäusel, in den Weiher. Das Lokal ist jedoch seit vielen Jahren nicht mehr in Betrieb. Der Besitzer wollte das Gebäude ausbauen, hatte dafür aber keine Baugenehmigung. Die Wasserfläche misst 8,3 Hektar. An der tiefsten Stelle im Südosten ist der Weiher circa 23 Meter tief, überwiegend 15 bis 20 Meter. Der Begütenweiher hat drei Einstiegsstellen am Westufer und einen Einstiegsbereich am Südufer. Das Baden ist auf eigene Gefahr erlaubt. Eine Badeaufsicht besteht nicht. Toiletten gibt es auf dem Gelände nicht. Im Süden liegt ein asphaltierter Weg, dahinter erstrecken sich Liegewiesen, auch im Westen verläuft im Anschluss an die Liegewiese eine kleine asphaltierte Straße. Die Wasserqualität wird derzeit als ausgezeichnet bewertet.

Das Bliesbad an der Großen Blies wird von einem Förderverein betrieben.
Das Bliesbad an der Großen Blies wird von einem Förderverein betrieben.

Der Kiefweiher

Am südlichen Stadtrand von Ludwigshafen, auf halber Strecke zwischen Rheingönheim und Altrip, liegt der Kiefweiher zwischen Rhein und der Kreisstraße nach Altrip. Noch in den 1930er-Jahren gab es eine Ziegelei an der Stelle des heutigen Badesees. In den 1940er-Jahren begann die Auskiesung einer Wasserfläche. In den 1970er-Jahren erhielt der Weiher seine heutige Gestalt. Durch seine direkte Verbindung mit dem Rhein unterscheidet sich der Kiefweiher von allen anderen Weihern in Ludwigshafen. Sein Wasserstand entspricht dem des Rheins. Die Wasserfläche misst 34 Hektar. An der tiefsten Stelle erreicht der Kiefweiher zirka 15 Meter, es überwiegen Tiefen von vier bis zehn Meter. Im Norden trennt eine stellenweise nur circa 50 Meter breite Landzunge auf über einem Kilometer Länge den Kiefweiher vom Rheinstrom. Am Nord- und Südufer liegen Campingplätze. Im westlichen Bereich gibt es weitere Vereinsgelände und auch einen kleinen Jachthafen. Vor allem Segler und Surfer kommen auf der ausgedehnten Wasserfläche auf ihre Kosten. Mehrere Yachtclubs, Ruder- und Angelvereine sind am See ansässig. Die Wasserqualität wird aktuell als gut bewertet.

Der Willersinnweiher

Der Willersinnweiher liegt nordwestlich von Friesenheim am südlichen Rand der Roßlache. Die Wasserfläche misst 17 Hektar, damit ist der Weiher nach dem Kiefweiher das größte stehende Gewässer im Stadtgebiet. Mit einer maximalen Tiefe von 21 Metern ist er der tiefste Weiher in der Stadt. Im Jahr 1927 wurde bereits das öffentliche Strandbad am Südufer des Willersinnweihers eröffnet. 1976 öffnete das Freibad am Willersinnweiher, das im vergangenen Jahrzehnt generalsaniert wurde. Der Willersinnweiher ist Teil des gleichnamigen Freizeit- und Naherholungsgebiets. Das Baden ist zwar ausdrücklich erlaubt, aber die westlichen, südlichen und östlichen Uferbereiche werden von Wassersportvereinen und der Stadt als Betreiberin des Freibads genutzt und sind überwiegend nicht frei zugänglich. Das beliebte Vereinsbad des Ludwigshafener Schwimmvereins 07 ist nur für die knapp 3000 Mitglieder geöffnet. Die Wasserqualität wird derzeit als ausgezeichnet bewertet.

Ausgezeichnete Wasserqualität: der Begütenweiher.
Ausgezeichnete Wasserqualität: der Begütenweiher.

Die Große Blies

Der Baggerweiher ist Anfang des vergangenen Jahrhunderts im Zusammenhang mit der Anlage des Rangierbahnhofs entstanden. Er liegt auf Mundenheimer Gemarkung östlich der Gartenstadt und südwestlich des Stadtteils West. Die Wasserfläche misst 8,3 Hektar. Die Große Blies ist bis zu 12,50 Meter tief. Im Norden befindet sich das Bliesbad, das von einem Förderverein betrieben wird. Hier gibt es Toiletten und Duschen und einen Biergarten. Das Baden ist nur auf eigene Gefahr erlaubt. An Samstagen, Sonn- und Feiertagen wird ein Rettungsdienst durch die DLRG eingerichtet. Im Südosten erstreckt sich eine Parklandschaft, im Süden gibt es eine Gaststätte. Auch die Wasserqualität der Großen Blies gilt aktuell als ausgezeichnet.

Auf der Parkinsel ist das Baden im Rhein erlaubt. Aber Experten warnen vor den Gefahren.
Auf der Parkinsel ist das Baden im Rhein erlaubt. Aber Experten warnen vor den Gefahren.

Der Rhein

Experten der DLRG und Ordnungskräfte warnen zwar in jedem Sommer vor den großen Gefahren, die das Baden im Rhein birgt. Dabei geht es unter anderem um die tückischen Strömungen und Strudel und den Schiffsverkehr. Aber das Abkühlen im Fluss ist nicht grundsätzlich verboten. Große Vorsicht ist aber unbedingt geboten. Kleine Kinder und Nichtschwimmer sind auch am seichten Flussufer in Lebensgefahr. Die flachen Kiesstrände unter der Theodor-Heuss-Brücke sind dennoch im Hochsommer ein Geheimtipp für Badende und Sonnenhungrige sowie für Spaziergänger mit Hunden. Wo man im Rhein baden darf, ist detailliert geregelt in der Verordnung über das Baden in den Bundeswasserstraßen Rhein, Neckar, Main, Lahn, Mosel und Saar im Bereich der Wasser- und Schifffahrtsdirektion Mainz. In Ludwigshafen ist das Baden einzig im Bereich der Parkinsel von Rheinkilometer 422,31 bis 423,34 gestattet. Der Rheinkilometer 432,6 – also die Stelle an der Theodor-Heuss-Brücke nahe der BASF-Kläranlage, wird in der Verbotsliste nicht genannt. Aber in der Binnenschifffahrtsstraßenverordnung des Bundes, der Bade- und Schwimmverbote regelt, steht unter anderem: 100 Meter vor und nach Brücken darf man nicht ins Wasser.

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