Zur Sache 39 Hektar vom Hauptbahnhof bis zum Rhein: Das Projekt „City West“
Ende Januar wurde das Werkstattverfahren für das neue Stadtquartier „City West“ entlang der geplanten Helmut-Kohl-Allee abgeschlossen und der Siegerentwurf gekürt: Den einstimmigen Zuschlag einer Fachjury für das „Zielkonzept“ hat das Büro Adept (Kopenhagen/Hamburg) erhalten. „Verbundene Stadtlandschaft“ – so ist der erste Entwurf überschrieben. Es geht um eine 39 Hektar große Fläche (rund 55 Fußballfelder) vom Hauptbahnhof bis zum Rhein, die in sechs Baufelder aufgeteilt ist.
Eine zentrale Rolle in den Adept-Plänen spielt der 6,8 Hektar große Friedenspark. In den nächsten 20 bis 25 Jahren soll sich die im besten Fall naturbelassene Parkfläche mehr als verdoppeln, Freizeit- sowie Sportmöglichkeiten, etwa einen Biergarten und eine Skateranlage, bieten und dem Areal beidseits der neuen Stadtstraße ihren Stempel aufdrücken.
Die Aufwertung und der Ausbau des Parks, nachvollziehbare Strukturen, klare Linien trotz komplexer Grundstücksverhältnisse, die enge Verbindung zwischen Hemshof und Innenstadt sowie die Einarbeitung von Bürgeranliegen und politischen Forderungen, darunter ein Schulstandort: Diese Faktoren hatten in der Summe den Ausschlag für die sechsköpfige Jury gegeben, sich für das Adept-Konzept und gegen die Ideen der beiden konkurrierenden Teams zu entscheiden. Das klare Votum wurde auch vom Stadtvorstand mitgetragen.
Erste Wünsche aus der Bevölkerung
Was sich Ludwigshafener für die „City West“ wünschen, hatte die Verwaltung in einem ersten Schritt von 19. August bis 6. September online ermittelt. In dieser Zeit gab es 400 Seitenaufrufe, 532 Kommentare sowie 125 Beiträge. Ganz vorne auf der Wunschliste rangierten die Themen „Mehr Grün und Freizeiträume“, „Mobilität“ sowie „Nachbarschaft“. Diese Anregungen seien in allen Planungsansätzen berücksichtigt worden, sagte Jury-Vorsitzender Markus Neppl, Professor, Architekt und Stadtplaner aus Karlsruhe. Sehr wertvoll sei für die Planungsbüros auch der Eins-zu-eins-Austausch mit Bürgern direkt an den ersten Entwürfen Mitte Dezember bei einer „Bürgerwerkstatt“ gewesen. Diese „Face-to-Face-Gespräche“ seien nicht zu ersetzen, betonte Neppl.
Das Büro Adept will unter anderem die trennende Infrastruktur zwischen der nördlichen und der südlichen Innenstadt mit einem „Boulevard der Nachbarschaft“ aufbrechen. Die Stadt müsse an die Allee „heranwachsen“, ein „Mosaik der Landschaften“ soll Erholungs- und Freizeitflächen für alle Generationen bieten, etwa am Europaplatz. Kreuzungen sollen zu Orten der Begegnung, die City zum „Schmelztiegel für urbanes Leben“ werden. In das Mitte September 2024 gestartete Werkstattverfahren investierte die Stadt 150.000 Euro.
Organisiert wurde es von der Lu-City-Entwicklungs-GmbH (LCE). Laut Geschäftsführerin Sonja Müller-Zaman hat Ludwigshafen mit der Entwicklung der „City West“ eine historische Chance, gemeinsam mit den Bürgern ein modernes Stadtquartier „enkeltauglich“ zu planen.
