Mannheim RHEINPFALZ Plus Artikel 100 Jahre GBG: Die Geschichte des städtischen Baumeisters

Die in den 1950er-Jahren gebaute Aubuckel-Siedlung in Feudenheim mit 734 Wohnungen galt damals als eine der modernsten und beste
Die in den 1950er-Jahren gebaute Aubuckel-Siedlung in Feudenheim mit 734 Wohnungen galt damals als eine der modernsten und besten Wohnsiedlungen Deutschlands.

Seit 100 Jahren sorgt die GBG Wohnen GmbH für mehr Wohnraum in Mannheim. Nun wird das Unternehmen gleich doppelt gefeiert. Wie es die GBG so weit gebracht hat.

Die Mannheimer GBG Wohnen GmbH feiert ihr 100-jähriges Bestehen. Mit ihren mehr als 20.000 Wohnungen und 45.000 Mietern ist das im Besitz der Stadt befindliche Unternehmen größter Akteur auf dem Mietwohnungsmarkt Mannheims und sorgt mit relativ günstigen Mieten für eine Dämpfung des Mannheimer Mietpreisniveaus.

In der Weimarer Republik brauchte Mannheim mehr Wohnungen. Gegründet wurde die GBG daher am 2. Juni 1926. Unter dem Namen Gemeinnützige Baugesellschaft begann ihre Geschichte mit dem Bau des Erlenhofs entlang der Waldhofstraße. Auf mehr als 25.000 Quadratmetern wurde eine Wohnanlage mit 426 Einheiten nach den Leitlinien der 1920er-Jahre gebaut. Die für diese Zeit großzügigen Grundrisse, die moderne Ausstattung und die begrünten Außenanlagen machten die Wohnungen begehrt.

Viele Projekte über die Jahrzehnte

„Unsere Aufgabe ist und bleibt, bezahlbaren Wohnraum für breite Schichten der Bevölkerung anzubieten“, erklärt GBG-Geschäftsführer Karl-Heinz Frings. Die GBG hat im Stil der jeweiligen Zeit viele Wohnanlagen in allen Mannheimer Stadtteilen gebaut. Besonders nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs entstanden etliche Quartiere mit Wohnanlagen von der Schönau im Norden bis Rheinau im Süden. Die in den 1950er-Jahren gebaute Aubuckel-Siedlung in Feudenheim mit 734 Wohnungen wurde damals als eine der modernsten und besten Wohnsiedlungen Deutschlands gefeiert. Zur Zeit der Bundesgartenschau entstand ab 1974 nach einem Wettbewerb zum Thema „Wohnen im Grün“ die Herzogenried-Siedlung mit 2000 Wohnungen am östlichen Stadtrand.

Im neuen Jahrtausend spielte der Wohnungsneubau zunächst keine Rolle mehr, die GBG konzentrierte sich auf die Vermietung. Die geforderte Durchschnittsmiete lag schon immer deutlich unter dem gängigen Marktpreis. „Seit 100 Jahren arbeitet die GBG daran, Menschen in Mannheim nicht nur ein bezahlbares Zuhause, sondern auch ein gutes Lebensumfeld zu bieten“, sagt Frings. „Die GBG steht für ein Miteinander, das über Generationen trägt.“

Eine Trendwende forderte die Zuwanderung ab 2015. Um den Bedarf zu decken, investierte die GBG wieder verstärkt in den Neubau. Als glücklicher Umstand erwies sich dabei der Abzug der US-Armee, da dadurch große Liegenschaften frei wurden. Mit der neuen Tochter MWSP trieb die GBG die Entwicklung der Konversionsflächen voran. „Bis 2027 werden über 1000 weitere Mietwohnungen in Mannheim neu in die Vermietung kommen, viele davon preisgünstig“, kündigt der Geschäftsführer an. Kern des Unternehmens sind mehr als 20.000 Wohnungen im Bestand.

Festakt und Familientag geplant

Um neuen Herausforderungen zu begegnen, hat sich die GBG in den vergangenen 20 Jahren verändert. Für eine Reihe zusätzlicher von der Stadt übertragener Aufgaben sind neue Töchter gegründet worden. So hat die BBS Bau- und Betriebsservice GmbH die Betreuung aller städtischen Schulen mit Bewirtschaftung, Modernisierung, Sanierung und Neubau übernommen. Betreut werden 70 Schulgebäude, 63 Sport-, Turn- und Schwimmhallen. Die Tochter APH (Altenpflegeheim Mannheim) betreibt vier Pflegeheime und bietet ambulante Betreuung an. Die FMD übernimmt dabei die Reinigung und Essensversorgung und dehnt ihre Aktivitäten inzwischen auch auf Schulen aus. Ein weiteres Thema für die GBG ist die soziale Stabilisierung von Quartieren. Dazu wurden in Stadtteilen wie dem Jungbusch und der Neckarstadt-West heruntergekommene Immobilien aufgekauft und saniert.

Angesichts der vielen Töchter hat sich die GBG 2023 eine neue Konzernstruktur gegeben. Von der Mutter und Holding GBG werden zwölf Tochter- und Enkelunternehmen mit 1700 Mitarbeitern gesteuert. Zuletzt hatte die Gruppe eine Bilanzsumme von 1,6 Milliarden Euro. „Wenn wir heute auf die Gründung der GBG zurückblicken, stellen wir fest, wie wichtig und weitsichtig diese Entscheidung aus dem Jahr 1926 war“, sagt Oberbürgermeister und GBG-Aufsichtsratsvorsitzender Christian Specht (CDU). „Damals hat die Stadt als Reaktion auf die wachsende Wohnungsnot selbst Handlungsfähigkeit bewiesen und eine eigene, kommunale Wohnungsbaugesellschaft gegründet.“ Heute präge die kommunale GBG-Gruppe als wesentlicher Akteur an sehr vielen Stellen das Wohnen und Leben in der Stadt. Specht gratuliert auch im Namen des Gemeinderats der GBG und ihren Mitarbeitern zum 100-jährigen Geburtstag. Dazu gibt es einen Festakt am Donnerstag, 11. Juni, 18 Uhr, im Kongresszentrum Rosengarten und am Samstag, 25. Juli, einen Familientag mit Programm bei freiem Eintritt im Herzogenriedpark.

Das erste Projekt der Gemeinnützigen Wohnungsgesellschaft war der Bau der Erlenhof-Wohnanlage auf dem damals noch freien Feld en
Das erste Projekt der Gemeinnützigen Wohnungsgesellschaft war der Bau der Erlenhof-Wohnanlage auf dem damals noch freien Feld entlang der Waldhofstraße/Neckarstadt mit 426 modernen Wohnungen.
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