Mannheim RHEINPFALZ Plus Artikel Mannheimer Wohnungsbaugesellschaft hat im Vorjahr über 200 Millionen Euro investiert

Größter GBG-Posten 2024 war der Ankauf von 361 Wohnungen in Sullivan. Vom ersten Bauabschnitt mit 167 Wohnungen, die vor einigen
Größter GBG-Posten 2024 war der Ankauf von 361 Wohnungen in Sullivan. Vom ersten Bauabschnitt mit 167 Wohnungen, die vor einigen Wochen in die Vermietung gingen, ist fast alles weg. Besonders attraktiv ist die Lage, denn direkt hinter den Gebäuden beginnt der Käfertaler Wald.

Die Wohnungsbaugesellschaft GBG wächst weiter. Im Vorjahr hat sie einen Gewinn von 5,7 Millionen Euro erwirtschaftet – bei einer Bilanzsumme von 1,6 Milliarden Euro.

Die Mannheimer Wohnungsbaugesellschaft (GBG) will weiter wachsen. Durch Ankauf und Neubau ist der Bestand von 20.000 Wohnungen fast erreicht. Zusammen mit der Altbau-Modernisierung ist im Vorjahr eine Rekordsumme von über 200 Millionen Euro investiert worden, teilt das städtische Unternehmen in seiner Jahresbilanz für 2024 mit. Die Durchschnittsmiete im eigenen Bestand liegt mit 7,55 Euro pro Quadratmeter deutlich unterhalb des üblichen Marktpreises. Der Neubau von Wohnungen soll trotz gestiegener Baupreise weitergehen.

„Gigantische Nachfrage in Sullivan“

„Unser größtes Projekt in 2024 war der Ankauf von 361 Wohnungen in Sullivan“, betonte GBG-Geschäftsführer Karl-Heinz Frings bei der Bilanzvorstellung. Der erste Bauabschnitt mit 167 Wohnungen sei bis auf sehr wenige Wohnungen bereits vermietet. „Der Zuspruch war gigantisch, in kurzer Zeit waren die Wohnungen weg“, berichtete er. Der zweite Bauabschnitt mit weiteren 194 Wohnungen in Sullivan, einem nördlichen Abschnitt im neuen Stadtteil Franklin auf ehemaligem Kasernengelände, befindet sich bereits in der Fertigstellung und werde Anfang 2026 in die Vermietung gehen, kündigte er an.

Das Besondere sei, dass bis auf neun fast alle der 361 angekauften Wohnungen öffentlich gefördert seien und daher mit einer gedeckelten, für Neubau preisgünstigen Quadratmetermiete von 9,15 Euro auf den Markt kämen. „Die Häuser stehen direkt am Rand des Käfertaler Walds, nicht gerade die übliche Wohnlage für geförderten Wohnraum“, nennt Frings einen Grund für ihre Attraktivität. Ein anderer liegt in der nachhaltigen, seriellen Holzbauweise des Bauunternehmens. Die weitgehende Vorfertigung der Bauelemente im energieeffizienten Standard KfW40 sorge trotz hohem Energiestandard für kurze Bauzeiten und reduzierte Kosten.

Zukunftspreis in Berlin

Dies habe dem GBG-Projekt vor Kurzem in Berlin den „Zukunftspreis 2025“ des Fachmagazins „Wohnungswirtschaft“ beschert, so Frings. Die GBG habe ihr Angebot in diesem gefragten Segment damit deutlich ausbauen und den Mannheimer Wohnungsmarkt etwas beruhigen können. Die Nachfrage nach Wohnraum, vor allem günstigem Wohnraum, sei derzeit immens, so Frings.

Dafür habe die CBG 2024 eine außerordentliche Summe von über 200 Millionen Euro investiert, 58 Millionen davon seien allein in die Modernisierung des Bestands. Dazu seien eigene Neubauprojekte wie der Bau des Hochhauses „H“ in Franklin und Wohnhäuser am Adolf-Damaschke-Ring in Feudenheim gekommen, die im ersten Halbjahr 2025 fertig wurden. „Die Nachfrage im Markt steigt, ohne Neubau bleiben die Mieten weiter unter Druck“, machte Frings deutlich, dass er ohnehin mit weiter steigenden Mietpreisen rechnet. Ziel der GBG sei „bezahlbares Wohnen“. Die Schaffung von Wohnraum müsse weitergehen. Für 2026 kündigte Frings die Fertigstellung von weiteren 300 neuen Wohnungen in Mannheim an. In 2027 werde diese Zahl mit Neubauten in Spinelli und Schönau-Nordwest sogar darüber liegen, die Marke von 20.000 Wohnungen werde damit überschritten, informierte Frings.

45.000 Mannheimer leben in CBG-Wohnungen

Aktuell leben rund 45.000 und damit zwölf Prozent der Mannheimer in GBG-Wohnungen. Die durchschnittliche Miethöhe liege aktuell bei 7,55 Euro pro Quadratmeter und damit deutlich unter dem Schnitt des neuen Mannheimer Mietspiegels von 9,19 Euro. Ein Zeichen für den Druck im Wohnungsmarkt sei, dass es 2024 mit 0,5 Prozent kaum noch Leerstand bei der GBG gegeben habe. Auch der Mieterwechsel sei so schwach wie noch nie, berichtete der Geschäftsführer.

Neben Wohnraum kümmert sich die aus 13 Unternehmen bestehende GBG-Gruppe um öffentliche Infrastruktur in der Stadt. Die Tochtergesellschaft BBS hat 2024 die Spinellischule fertiggestellt, dazu sind zwei neue Kitas in Hochstätt und Lindenhof im Bau. Begonnen wurde 2024 der Bau des großen „Grünen Betriebshofs“ auf dem Spinelli-Gelände.

Das mehrheitliche GBG-Projekt des Einkaufszentrums im Grünen Hügel in Franklin komme gut voran. „In Holland wächst schon die Begrünung für den Hügel“, berichtete Frings und kündigte das Richtfest für Herbst an. Eröffnung soll 2026 gefeiert werden.

Die gesamte GBG-Gruppe habe im Jahr 2024 bei einer Bilanzsumme von 1,6 Milliarden Euro einen Gewinn von 5,7 Millionen Euro erwirtschaftet. Zwei Millionen würden an die Stadt Mannheim abgeführt, der Rest verbleibe als Eigenmittel bei der GBG.

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