Kommentar
Vorwürfe gegen Kardinal Wetter: Fragwürdige Ehrungen
Friedrich Kardinal Wetter ist Ehrenbürger Landaus, ein Platz ist nach ihm benannt. Eine gute Wahl? Bis gestern ja. Aber in 21 Fällen wird ihm nun vorgeworfen, bei Missbrauch von Kindern weggeschaut zu haben. Bestätigen sich die Vorwürfe, lässt das nur zwei Schlüsse zu: Wetter war es egal, was mit Kindern passiert oder ihm war die Institution Kirche wichtiger als das Wohl der Schutzbefohlenen.
Was passiert ist, rückt auch jene, die sich in der Kirche engagieren, um Gutes zu tun, in ein schiefes Licht. Die Missbrauchsvertuscher in hohen Ämtern, deren Glaubensbekenntnis sich auf die Institution Kirche und nicht auf die Lehren Jesu bezieht, beschmutzen den Glauben, die guten Taten und die Hingabe des Kirchenvolks. Denn dieses kümmert sich um seine Mitmenschen. Sollten sich die Vorwürfe nicht in Luft auflösen, gibt es nur eine Konsequenz: Wetter verdient es nicht, Ehrenbürger unserer Stadt zu sein. Er verdient es nicht, Namensgeber für den Platz vor der katholischen Marienkirche zu sein.


