Landau
Universum-Theater bekommt Garderobenbau
Am Queichufer beim früheren Universum-Kino an der Königstraße ist ein Bagger vorgefahren. Er wird in ein paar Tagen mit dem Aushub für eine Bodenplatte beginnen. Denn unmittelbar vor dem angrenzenden C&A-Neubau wird ein Neubau errichtet. Die Zeit drängt, denn darin werden die Künstlergarderoben für das neue Kulturzentrum untergebracht, in dem Laura Erny am 18. November ihre neue Palais-Dinner-Show startet.
Oberbürgermeister Dominik Geißler hat der Baustelle am Montagnachmittag einen Besuch abgestattet. Er betont, wie wichtig ihm das Projekt ist – und das seine Verwaltung es enorm beschleunigt habe, damit das Theater ab November bespielt werden kann. Bei Fördermitteln geholfen habe sie auch. Geißler freut sich auf ein Entree „wie in Cannes“, mit rotem Teppich und allem drum und dran.
Stadtgasse durchs Areal
Das wird in dem schrägstehenden weißen, verglasten Vorbau geschaffen, in dem früher das Reno-Schuhcenter untergebracht war. Dahinter wird die Bar eingebaut. Sie kommt Mitte Oktober. Nicht mehr benötigte Kinosessel dienen als Loungemöbel.
Eigentlich müssten nur noch der Boden abgeschliffen und die Wände neu verputzt werden, sagt Erny – auch wenn jetzt noch alles ganz schön nach Rohbau aussieht. Der alte Kinoeingang rechts daneben muss weichen. Man kann es sich heute noch nicht wirklich vorstellen, aber hier wird über eine Treppenanlage die ehemalige Stadtgasse zurückkehren – quer durch, beziehungsweise über den Theaterkomplex.
Traversen waren eine Herausforderung
Doch das ist noch Zukunftsmusik. „Wir konzentrieren uns erst mal auf das Theater“, sagt Harald Erny, der das Universum zusammen mit Christian Ruppel aus Worms wiederbelebt. Der riesige Kinosaal ist stockfinster. Wenn sich die Augen daran gewöhnt haben, fragt man sich, wie hier Mitte November Cabaret gespielt werden kann. Ruppel grinst und versichert: alles halb so wild. Das eigentliche Problem sei inzwischen gelöst. Er zeigt auf sechs unscheinbare Wandnischen oben unter der Decke. Dort werden drei Quertraversen eingezogen, die bei 25 Meter Spannweite, der Saalbreite, fünf Tonnen Tragkraft haben. Genug, um Artisten spektakuläre Flugeinlagen zu ermöglichen, aber statisch auch sehr anspruchsvoll. „So etwas haben nur wirklich große Theater“, sagt Ruppel und versichert: „Die größte Leinwand der Pfalz bleibt.“ Denn auch Kino wird es im Universum wieder geben – nicht als reine Vorführung, sondern stets in Verbindung mit einem besonderen Event.
Platz für eine kleine Bar
Wie die Fassade des Garderobenbaus gestaltet wird, ist noch nicht bis ins letzte Detail geklärt. Aber sie wird Platz für fast 20 Künstlerinnen und Künstler bieten, plus Duschen und unterm Dach einem Lager für die rund 500 Kostüme von Laura Ernys Show. Hier wird auch eine Wärmepumpe eingebaut, um unabhängig von Gas zu werden und energetisch auf dem neusten Stand zu sein. 60 Quadratmeter im Erdgeschoss sind für eine Eisdiele, eine Espressobar oder ein Café mit Außenbestuhlung vorgesehen, zwei Interessenten gebe es schon, sagt Erny. Davor wird ein kleiner Platz angelegt. Jetzt müssten zwei Bäume weichen. Künftig könne man dann im Schatten von zehn neuen Bäumen am Queichufer sitzen. Nur zur Klarstellung: Es geht nicht um die Kugelbäume auf der Außenterrasse des Café-Restaurants Ich bin so frey, das künftig auch die Gastronomie bei Veranstaltungen im Kulturzentrum übernehmen kann.
In diesen Tagen beginnt in Bornheim die Produktion des Holzbaus. Am 16. Oktober soll der Aufbau beginnen, zehn Tage später soll das dreistöckige Gebäude mit dem spitzen Satteldach stehen. So etwas sei Hightech, sagt der Oberbürgermeister. Von wegen Billigbau – eine Anspielung auf die Diskussion ums Boardinghaus in der Industriestraße, das Geißler gerne als Flüchtlingsunterkunft hätte. Ein Thema, das am Dienstag im Stadtrat wieder für reichlich Diskussionen sorgen dürfte.