Landau RHEINPFALZ Plus Artikel Universum-Projekt: „Scheunenbau“ genehmigt

Der „Scheunenbau“ aus Holz wird sicher für Gesprächsstoff in der Stadt sorgen.
Der »Scheunenbau« aus Holz wird sicher für Gesprächsstoff in der Stadt sorgen.

Zehn Tage Bauzeit, dann bekommt Landau einen neuen Blickfang. Der Neubau für das Theater des Universum-Projekts ist genehmigt. Gegen den Widerstand einer Partei.

Polarisieren können nur Dinge, die anders sind als der Einheitsbrei. Die herausragen. Und das wird der im Zuge des Universum-Umbaus in der Landauer Innenstadt geplante „Gaderobenbau“ zwischen C&A-Gebäude und dem Kino durchaus tun. Denn er ist ein Stilbruch in einem Bereich, der im Prinzip ein einziger Stilbruch ist. An der Königstraße steht das Gründerzeit-Gebäude (in dem unter anderem „Ich bin so Frey“ sitzt), gefolgt vom 50er-Jahre-Bau (in dem zuletzt das Kino war) und dann eben die „Scheune“. Danach folgt der C&A, dessen Gebäude am ehesten mit „ist auch da“ beschrieben werden kann. Ob der Holzbau so kommen soll, darüber hatte der Bauausschuss am Dienstag zu entscheiden. Und das ging nicht ohne Diskussion.

Unzufrieden mit den Plänen und dem Vorgehen ist die SPD. Der Bau sei „sehr präsent“ und verstoße gegen die Altstadtsatzung, sagte Klaus Eisold für die Fraktion. Diese regelt, wie die Gebäude sich auch optisch in ihr Umfeld einzufügen haben. Zudem gehe man in der SPD davon aus, dass die Holzfassaden sich im Laufe der Jahre ändern werden. All das seien Themen, die für den Gestaltungsbeirat wie geschaffen seien. Allein schon deshalb solle man die Entscheidung vertagen, um dem Rat die Möglichkeit zu geben, zu den Plänen Stellung zu beziehen. Zudem stört sich die SPD Eisold zufolge daran, dass man über die Pläne mit einem hohen Zeitdruck zu entscheiden habe. Und: Die SPD hätte es besser gefunden, wenn die Stadträte zuerst über die Pläne informiert gewesen wären und nicht die Öffentlichkeit.

Investor auch unter Zeitdruck

Wenn der Gestaltungsbeirat bereits existieren würde, hätte man ihm die Pläne vorgelegt, betonte Bauamtsleiter Christoph Kamplade. Aber: Die vom Karlsruher Büro Archis erstellten Plänen der Investoren Harald Erny und Christian Ruppel seien jetzt zu bearbeiten, darauf hätten diese einen Anspruch. Zudem existiere der Beirat noch nicht einmal – seine Einrichtung wurde zu einem späteren Zeitpunkt am Dienstagabend beraten, am 8. Oktober soll der Stadtrat entscheiden. Aller Wahrscheinlichkeit nach wird er kommen. Und Kamplade verwies auf den Zeitplan: Das Theater soll schließlich schon bald bespielt werden, da könne man die Genehmigung des Garderobenbaus nicht monatelang verzögern. Wie berichtet sollen die Arbeiten am 16. Oktober beginnen, zehn Tage später soll der Holzbau stehen. Und: Weil es von der Satzung abweicht, sei schließlich der Ausschuss mit dem Thema befasst.

Auch Oberbürgermeister Dominik Geißler warb für eine Zustimmung. „Wir warten darauf, hier einen Leuchtturm zu kriegen.“ Das Einzige, was sich zur letzten Planung verändert habe, seien die Holzlamellen. Zudem würden permanent Abweichungen von der Altstadtsatzung beschlossen.

Kleemann: „Sinnlos“

Außer der SPD waren alle anderen im Ausschuss vertretenen Parteien dafür. Die CDU findet, „man kann froh sein, wenn sich ein Investor derart betätigt“ (Peter Lerch), die Grünen halten den Bau für „markant“ und „positiv“ (Udo Lichtenthäler), die FWG findet ihn „interessant fürs Auge“ (Michael Dürphold). In der Bachgasse nach Satzung zu bauen, sei wegen des Stilmixes „sinnlos“, meint Pfeffer&Salz (Andrea Kleemann), die Linke geht von einer guten Aufenthaltsqualität aus (Philipp Lange), der 60er-Jahre-Kino-Bau störe optisch, meint die AfD (Norbert Herrmann), und die Freien Wähler glauben, der Neubau werte „den Platz unwahrscheinlich auf“ (Wolfgang Harsch).

Wie mehrfach berichtet, planen die Investoren Erny und Ruppel, das ehemalige Universum-Kino zu einem großen Theater umzubauen. Im Anbau sollen neben der Garderobe noch unter anderem Umkleide, Wasch- und Proberäume sein, zudem die Technik für das Ensemble untergebracht sein. Weiterhin soll unter anderem eine neue Stadtgasse entstehen. Der Umbau ist in vollen Zügen, ab 18. November soll die neue Palais-Dinner-Show von Laura Erny in dem Gebäude Premiere feiern.

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