Kommentar
Strategiepapier zur Innenstadt ist ein Bauchladen
Dass sich Landau Gedanken um die Zukunft der Innenstadt macht, ist gut. Das „Strategische Maßnahmenpapier: Der Landauer Weg zur Innenstadt der Zukunft – lebenswert, lebendig, pfälzisch!“ ist mit Sicherheit eine Fleißarbeit – aber auch ein Ideenklau aus dem Internet und in Teilen auch bloß eine Anhäufung von Banalitäten. Immerhin: Man kann mal wieder sagen, es ist im Landauer Weg der Bürgerbeteiligung entstanden.
Wie die „Rückkehr des Grabmales von Montclar aus dem Hinterhof des Französischen Tores an seinen angestammten Platz in der Stiftskirche“ für mehr Leben sorgen soll, bleibt das Geheimnis des Ideengebers. Tiny-Houses in Baulücken aufzustellen, kann man anregen, aber es wird die Wohnungsnot nicht lindern, und wenn die Baulücke durch einen Neubau geschlossen werden soll, ist das Geschrei groß. Den Lieferdienst mit Lastenrädern oder die Ausstellungsboxen gibt es schon, oder sie sind zumindest schon beschlossene Sache. Ob sich Rikschafahrten für Touristen rechnen, kann man getrost dem Markt überlassen. Die Stadt muss sich darüber nicht den Kopf zerbrechen.
Aber egal: Zur Belebung der Innenstadt hatte die Verwaltung schon ganz ohne Ideen aus der Bürgerschaft und in einem Alleingang ohne Stadtratsbeteiligung 645.000 Euro eingeworben. Die Hauptaufgabe des Papiers ist es, für künftige Förderprogramme in der Schublade zu liegen. Natürlich gibt es auch einige Perlen, die man sich näher anschauen sollte.
Sehr skurril ist es allerdings, wenn der Oberbürgermeister bei der Seibel-Bauruine am Stiftsplatz mit Enteignung droht, die eigene Verwaltung jedoch schreibt, dass sie davon nichts hält oder es zumindest anders nennen würde.
