Kommentar RHEINPFALZ Plus Artikel Straßen-Umbenennungen: Der Bürger hat das Wort

Dem Namensgeber der Kohl-Larsen-Straße wird Rassismus vorgeworfen.
Dem Namensgeber der Kohl-Larsen-Straße wird Rassismus vorgeworfen.

Die Beteiligung der Landauer soll dem Stadtrat bei seiner Entscheidung helfen. Es wird Zeit, dass dieses Kapitel abgeschlossen wird.

Sollen die Hindenburgstraße und die Kohl-Larsen-Straße aus dem Landauer Stadtbild verschwinden? Bevor der Stadtrat darüber entscheidet, haben die Bürger das Wort. Auf Wunsch der CDU. Der Stadtrat erhofft sich ein Stimmungsbild. Zwar hat das Stadtarchiv eine Namensänderung empfohlen, doch es geht nicht darum, den Rat durch ein Votum zu binden.

Die möglichen Umbenennungen werden seit geraumer Zeit heiß diskutiert. Die einen sind überzeugt, Hindenburg und Kohl-Larsen sind keine Zierde für die Stadt, ihre Namen müssen verbannt werden. Andere meinen, sie sind Zeugnisse der Geschichte, es reicht, die Diskrepanz zu heutigen Werten und Überzeugungen durch zusätzliche Hinweisschilder deutlich zu machen. Auch in anderen Städten wird dies kontrovers diskutiert, beispielsweise in Neustadt. Es gibt keinen Königsweg, kein Richtig oder Falsch. Die Debatte wird emotional geführt. Was also denken die Landauer? Die Anwohner hätten zwar den Aufwand, ihre Papiere ändern lassen zu müssen, zumindest sollen ihnen aber von städtischer Seite keine Kosten entstehen.

Die Bürgerbeteiligung in dieser Form ist auch für Landau Neuland. Ein spannendes Experiment.

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