Landau So nervös wie beim ersten Mal
Tobias Lindner aus Wörth ist der Direktkandidat der rund 250 südpfälzischen Grünen für die Wahlen zum Deutschen Bundestag im kommenden Jahr. Der 34-Jährige erhielt am Donnerstagabend im Haus am Westbahnhof in Landau 46 der 47 Stimmen, ein Mitglied enthielt sich.
Damit hat er den Rückenwind für die Aufstellung der Landesliste am 10./11. Dezember in Idar-Oberstein, den er sich gewünscht hatte. Lindner möchte als der männliche Spitzenkandidat in Rheinland-Pfalz, also auf Platz zwei der Landesliste, in den Wahlkampf ziehen. Den hatte er bereits bei der Wahl vor vier Jahren. Der gelernte Volkswirt ist 2011 in den Bundestag nachgerückt. „Es war die intensivste politische Zeit meines Lebens“, bekannte er am Donnerstag. Und: „Ich bin so nervös wie beim ersten Mal 2005.“ Das war seine erste Kandidatur, 2009 und 2013 folgten. Das Ziel für 2017 ist klar: „Wir wollen Verantwortung auf Bundesebene übernehmen. Ich kämpfe dafür, dass wir die drittstärkste Kraft im Bund und im Land werden.“ Über zehn Prozent hält Lindner für möglich. Die Botschaft sei klar. Es gehe um den Klimaschutz und den Zusammenhalt in dieser Gesellschaft. Deutschland erlebe eine Parallelität von Krisen und Herausforderungen, gleichzeitig vertrauten immer mehr Menschen auf Stimmungen statt auf Fakten. Die Große Koalition habe darauf keine Antworten, sie verwalte nur, wetterte der Grüne. Er möchte einen knallgrünen Wahlkampf führen, ohne Koalitionsabsprachen vor der Wahl, und die AfD programmatisch stellen. „Wir sind das Sprachrohr all derer, die die AfD angreift.“ Mit Blick auf das 5,3-Prozent-Ergebnis bei der vergangenen Landtagswahl möchte Lindner neue Schwerpunkte setzen. Das Treffen kennzeichnete eine lebhafte Debatte unter anderem über die Konsequenzen aus dem Trump-Desaster, die Herausforderungen für die EU oder die Vermögenssteuer im Nachgang zum Grünen-Parteitag in Münster. |sas