Kommentar
Seibel-Ruine: Die Stadt muss den Druck aufrechterhalten
Das als Seibel-Ruine bekannte Gebäude ist nicht nur unansehnlich, sondern auch gefährlich. Eine Mauer ist bereits in ein Nachbaranwesen gestürzt – und wer garantiert, dass das nächste Mal keine Menschen verletzt werden? Von daher ist es gut, dass Oberbürgermeister Dominik Geißler nun den Druck auf die Eigentümer erhöht.
Gabriele Seibel sagt, sie wolle auch, dass sich bei dem Gebäude etwas tut. Die Chance dazu hat sie jeden Tag aufs Neue, sie lässt sie aber jeden Tag aufs Neue ungenutzt. Führt nun der Druck dazu, dass langsam Bewegung in die Sache kommt, wäre allen geholfen.
Was jetzt nicht passieren darf, ist, dass die Stadt vor dem angekündigten Weg zurückschreckt. Zwangsgeld und Enteignung stehen im Raum. Sollte Seibel den Forderungen nicht nachkommen, muss Geißler den eingeschlagenen Weg auch durchziehen. Sonst droht er, als Ankündigungsweltmeister in Erinnerung zu bleiben. Schafft er es hingegen, dann hat er etwas erreicht, an dem seine Vorgänger gescheitert sind.
