Landau / SÜW
Schnelltests bleiben trotz Lockerungen aktuell
Die Landesregierung gibt am Freitag die Innengastronomie für alle Besucher frei. Bislang durfte nur im Gastraum sitzen und etwas bestellen, wer getestet oder bereits zweimal geimpft war. Das bedeutet vorerst also wieder Normalität für Gastronomen und Kunden.
Damit fallen aber auch viele Tests weg. „Es hat viel geregnet, da wollten die Leute rein zum Essen und brauchten die Tests“, berichtet der HNO-Arzt Stefan Espenschied, der mit Partnern den Test-Container auf dem Landauer Rathausplatz betreibt. Das ändert sich jetzt. „Mit jedem Öffnungsschritt mehr wird das Testcenter weniger gebraucht“, bringt es die Landauer DRK-Kreisgeschäftsführerin Martina Boßmann auf den Punkt und begründet damit auch die Schließung des DRK-Zentrums am alten Güterbahnhof an der Queichheimer Brücke. In der Spitze seien 50 bis 60 Tests täglich gemacht worden, jetzt lohne sich der Aufwand nicht mehr.
Anders ist die Situation in der Landauer Innenstadt. „Wir halten die Stellung so lange, wie wir benötigt werden“, sagt Espenschied, der von 150 bis 400 Tests täglich erzählt. Zwar fällt nun die Testpflicht in der Gastronomie weg, aber Sport-, Freizeit oder Kulturveranstaltungen in Innenräumen können nur mit Test- oder Impfnachweis besucht werden. Und Espenschied berichtet von Urlaubsrückkehrern, die sich zur Sicherheit testen ließen. Das Abgebot auf dem Rathausplatz bleibt also vorerst, auch von „8 bis 8“. Der Mediziner möchte nicht ausschließend, dass er vielleicht sonntags schließt.
Bundesregierung zahlt weniger für die Leistung
Weil er so viele junge Leute beschäftigt, die zehn Euro die Stunde bekommen und Zuschläge, wenn sie länger arbeiten, versteht Espenschied den Container auch als Jobcenter, in dem man sich den Grundstock für die nächste Reise verdienen könne.
Die Testpflicht ist nicht das einzige, was sich ändert. Die Bundesregierung zahlt den Anbietern von Schnelltests ab 1. Juli weniger für die Arbeitsleistung, wie von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn angekündigt. Bisher waren es zwölf Euro für die Arbeitsleistung und höchstens sechs Euro für das Material, also den Test selbst. Künftig werden es acht und 3,50 Euro sein. Espenschied betont: „Jeder Bürger sollte nach wie vor zur eigenen Sicherheit und auch der seiner Mitmenschen die Möglichkeit haben, den kostenfreien Bürgertest in Anspruch zu nehmen. Die Höhe der Vergütung spielt dabei für uns keine Rolle.“ Zumindest solange sich das die Waage halte, ergänzt der Arzt. Er habe nie mehr als drei Euro pro Test bezahlt und dies auch so abgerechnet.
Wie geht es weiter in Fitnessstudios?
Mindestens den Juli über möchte Frank Weber, Inhaber von Bella Vitalis Fitnessstudio und Gesundheitszentrum, seine Testcenter aufrecht erhalten. Er betreibt zwei Einrichtungen in Landau, eines in Edenkoben und in Kooperation mit einem Partner je zwei im Bereich Zweibrücken und Ramstein. Allerdings wird Weber wohl die Öffnungszeiten reduzieren, um die geringere Vergütung zu kompensieren. „Das wird nicht mehr von 7 bis 20 Uhr und das Wochenende über gehen.“
Weber registriert eine höhere Nachfrage nach Tests. Ob das Training in Fitnessstudios ab Freitag testfrei möglich sein wird, war beim Gespräch mit der RHEINPFALZ am Mittwoch Vormittag noch nicht klar. „Wir warten auf die Verfügung des Landes, der Stadt und des Kreises“, sagt Weber. In Baden-Württemberg und in Hessen beispielsweise seien die Tests nicht mehr erforderlich. Ob sich Rheinland-Pfalz dem anschließt? „Ich hoffe es, aber ich glaube es nicht“, betont der Unternehmer, der in der Südpfalz mehrere Fitnessstudios und Gesundheitseinrichtungen hat. „Ich glaube, dass wir die Tests noch sehr lange brauchen werden“, meint er.
Beim Testzentrum der DLRG in der Landauer Festhalle wird sich vorerst noch nichts ändern. Man behalte aber den Bedarf und die Entwicklung bei den übrigen Testangeboten in der Stadt im Blick und werde die Öffnungszeiten dann entsprechend anpassen, heißt es dazu bei der Stadtverwaltung Landau.
Öffnungszeiten werden Bedarf angepasst
„Wir wissen nicht, ob wir nächste Woche noch da sein werden“, sagt eine Mitarbeiterin der Teststation im Haus des Gastes in Bad Bergzabern. Sie und ihre Kolleginnen seien von der Edith-Stein-Klinik eingestellt worden. Da die Klinik voll sei, „werden wir dort wieder gebraucht“. Infos seien auf der Homepage der Verbandsgemeinde Bad Bergzabern zu finden.
Unklar ist die Lage ebenfalls bei der Verwaltung der Verbandsgemeinde Edenkoben. Allein in Edenkoben gibt es sieben Teststationen. Wie es mit dem Testzentrum im Kurzpfalzsaal in Edenkoben weitergeht, sei konkret noch nicht zu sagen, teilt ein Sprecher der Verwaltung mit. Man sei im Austausch mit dem DRK-Leitungsteam.
Eine Anlaufstelle bleibt auch die Elmar-Weiller-Festhalle in Herxheim, wo die Eisinger REHA med Gesundheitspark GmbH Schnelltests anbietet. Möglicherweise würden die Öffnungszeiten reduziert, sagt Johannes Eisinger der RHEINPFALZ. „Wir impfen mittlerweile auch“, ergänzt er. Das Angebot gebe es freitags und samstags für Betriebe in der Region.