Landau RHEINPFALZ Plus Artikel SBK-Compact-Markt im Horst wird dicht gemacht: Anwohner enttäuscht

In diese Richtung zum SBK-Compact: Das gilt nur noch bis Mitte April.
In diese Richtung zum SBK-Compact: Das gilt nur noch bis Mitte April.

[Aktualisiert 2.3.2023] Die Gerüchteküche brodelt schon eine Weile. Am 20. April wird der SBK-Compact in Landau geschlossen. Das Unternehmen will sich erst Ende der Woche dazu äußern. Aber die Bewohner des Horst machen ihrer Empörung schon Luft.

Seit vor drei Wochen durchgedrungen ist, dass die Landauer Kissel-Gruppe ihren SBK-Compact-Markt schließen wird, ist der große Einschnitt für den Horst Gesprächsthema Nummer eins. Zwar gibt es in unmittelbarer Nachbarschaft noch einen Netto – der Discounter-Markt wurde gerade abgerissen und neu gebaut –, aber der SBK ist eine Hausnummer in dem Wohnviertel, beliebt nicht nur bei den Anwohnern, sondern auch den Beschäftigten der umliegenden Firmen im Horstring. Die Kissel-Gruppe will sich erst Ende der Woche in einer offiziellen Pressemitteilung zu der bevorstehenden Schließung äußern, wie sie auf Anfrage mitteilt. Nach Informationen der RHEINPFALZ wird der Markt, in dem auch eine Reuther-Bäckerei untergebracht ist, am 20. April für immer seine Türen schließen.

Traudel Heß ist betroffen und enttäuscht. Die Vorsitzende des Gemeindeausschusses der Kirchengemeinde St. Elisabeth ist besorgt um die älteren Menschen in dem Stadtviertel. Der Compact-Markt sei eine seniorengerechte Einkaufsmöglichkeit: kurze Wege, überschaubares Produktangebot und die Möglichkeit, alles für den täglichen Bedarf zu bekommen. Das habe jeder immer geschätzt. Und an der Fleischtheke könne man sich etwas Warmes zum Mittagessen mitnehmen: Fleischkäse, Schnitzel, Hähnchenschlegel. Auch Backwaren und ein großes Getränkesortiment seien bis dato dort vorhanden gewesen, inklusive einer Lotto-Annahmestelle.

Anwohnerin besorgt um Senioren

„Der Markt ist voller Kunden“, meint Traudel Heß und ergänzt: „Er ist ein Treffpunkt für uns Horschtler.“ Mit der Schließung werde gerade der älteren Generation die Möglichkeit zur Geselligkeit und Kontaktpflege dort genommen, bedauert sie. Ein weiterer Vorteil, den man bisher bei Regen genießen konnte, sei die Tatsache, dass die Fahrzeuge vor dem Markt unter einem Dach parken können. Heß betont, dass sich das Personal immer nett, hilfsbereit und entgegenkommend gezeigt habe. Für mobilitätseingeschränkte Menschen sei der Weg zur nächsten Metzgerei zu weit. Aus Personalmangel gebe es dort zudem Schließnachmittage. Traudel Heß trifft oft Leute im Horst, die empört über die Schließung sind. „Man konnte bei einem kleinen Spaziergang mit dem Rollator immer alles an einem Ort erledigen“, habe ein älterer Herr kürzlich gemeint und ergänzt: „Ich kann künftig nicht in drei Richtungen laufen, um meine Einkäufe zu tätigen.“

Einen weiteren Compact-Markt betreibt die Kissel-Gruppe, die seit 2019 an der Edeka-Handelsgesellschaft Südwest beteiligt ist, nur noch in Walldorf. Der erste SBK-Markt wurde 1972 in Germersheim eröffnet. Heute gehören zwölf SBK-Märkte zu dem Lebensmittelhändler-Konzern. Zudem gehören neun Edeka-Kissel-Märkte, zwei C&C-Großmärkte, die Metzgerei Pfälzer Spezialitäten, die vegane Eigenmarke Vedschi GmbH und die Kissel-Bäckerei zu der Unternehmensgruppe, die in der Region 1100 Mitarbeiter beschäftigt und 2021 einen Bruttoumsatz von 165 Millionen Euro erwirtschaftete. Die ehemals von der Familie Kissel geführte Firma ist 2011 in die Dieter-Kissel-Stiftung übergegangen, unter deren Dach die Geschäfte geführt werden.

Ergänzung

Im Nachgang des Artikels hat die Kissel-Gruppe mitgeteilt, dass niemand entlassen würde, sondern dass alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Marktes vergleichbare Stellen in anderen Märkten angeboten bekämen. Derzeit liefen diesbezüglich Gespräche.

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