Landau
Roberto Eis: Die berühmteste Glocke der Südpfalz feiert Jubiläum
Ein Vierteljahrhundert voller Eisgenuss – das muss gefeiert werden. Seit 2000 versorgt Roberto Soravia die Menschen in der Region mit Eis. Am 24. Mai steht Billigheim ganz im Zeichen des Jubiläums: Der Rathausplatz verwandelt sich ab 12 Uhr zum Festplatz. Live-Musik, Pizza, eine Hüpfburg für die kleinen Gäste und leckeres Eis laden zum gemeinsamen Feiern ein. Der Werdegang von Roberto Soravia ist dabei eine Pfälzer Erfolgsgeschichte.
Roberto Eis – eine Erfolgsgeschichte
Anfangs war er nur mit einem Eisauto in der Region unterwegs. Doch die Flotte wuchs schnell. Seit 2020 fährt er mit drei Fahrzeugen Landau und verschiedene Orte in der Umgebung an. Während Corona öffnete auch seine Eisdiele in Billigheim-Ingenheim, ein Jahr später die Filiale in Offenbach. „Wir mussten ein bisschen Geduld haben, aber zum Glück hat alles geklappt“, sagt Soravia. Das erste mobile Eiscafé entstand 2002 in Wernersberg. „Der damalige Ortsvorsteher hat die Kinder im Dorf gefragt, was ihnen fehlt. Die haben sich eine Eisdiele gewünscht. So kam die Idee für das mobile Eiscafé.“
Heute sind nicht nur die Kinder in Wernersberg von Roberto Eis begeistert. Von Montag bis Freitag ist Soravia an 24 Standorten mit mobilen Eiscafes in der Region unterwegs. Mit diesen ist er jeweils ein bis zwei Stunden zu Gast. „Mein Gedanke war es, einen Treffpunkt im Ort zu schaffen. Die Menschen können miteinander plaudern, Kinder kommen aus ihrem Medienalltag heraus und spielen miteinander“, sagt der Eismacher. Wenn das Wetter mitspielt, sei überall viel los. Teilweise verabredeten sich die Kinder schon im Kindergarten oder in der Schule für eine Kugel Eis – Eltern hätten oft gar keine Chance. „Die Leute und Kinder wissen: Entweder gehe ich heute zu Roberto oder es gibt eine Woche lang kein Eis.“ Für die Kinder hat sich Roberto Soravia eine besondere Belohnung ausgedacht. Jedes Kind, das beim Aufstellen der Stühle vor den mobilen Eiscafés hilft, bekommt eine Kugel Eis. „Wenn der Wagen anrollt, kommen die Kinder direkt angelaufen.“
Von Italien nach Landau
Soravia findet es toll, dass er mit den mobilen Eiscafés den Menschen und besonders den Kindern vor Ort eine Freude machen kann und noch mal direkteren Kontakt zu den Kunden hat als in den Eisdielen. Schon häufig habe er von Kindern lustige Geschichten erzählt bekommen. „Ein Kind sagte einmal, dass es mich liebt. Natürlich meinte es mein Eis, das war dann schon lustig.“ Einmal seien auch zwei Jungs vorbeigekommen, die das schmelzende und tropfende Eis vom Boden abgeschleckt hätten. „Teilweise kommen die Kinder auch noch mit Schaum auf dem Kopf vom Duschen. Hauptsache sie sind rechtzeitig beim Eismann“, sagt Soravia schmunzelnd.
Der 50-Jährige stammt aus der Nähe des italienischen Ortes Cortina, wo – passend zum Thema Eis – im kommenden Jahr die Olympischen Winterspiele ausgetragen werden. Durch Zufall sei er 1990 nach Landau gekommen, ein Freund habe hier gearbeitet. „Ich habe mir gedacht, ich gehe einfach mal mit. Und dann bin ich geblieben.“ 1994 lernte Soravia seine Frau kennen. Vor Roberto Eis arbeitete er sieben Jahre bei einer anderen Eisdiele, machte dort bereits Erfahrungen mit einem Eiswagen.
Vielfalt bei Roberto Eis
2000 machte er sich selbstständig. Roberto Soravia beschäftigt sieben Festangestellte, darunter seine Frau Petra Laux. Darüber hinaus organisiert er seine mobilen Eiscafés in einem Franchise-System mit zehn Minijobbern. Diese mieten das Auto und bezahlen das Eis im Voraus – die Verkaufserlöse behalten sie. „Ich habe mir überlegt, wie ich das Ganze stressfreier gestalten kann“, begründet Soravia die Entscheidung. Viele Eisdielen seien ein großer Aufwand, aber er mache das gerne. „Das Ziel ist es, eine Dorfgemeinschaft zu schaffen. Gleichzeitig profitiere ich natürlich auch.“ Seiner Frau Petra ist Roberto Soravia dabei besonders dankbar. „Um erfolgreich zu sein, braucht man eine Frau, die voll und ganz hinter einem steht. Wenn sie eine meiner Ideen nicht gut findet, wird das nichts. Erfolg hat man nur gemeinsam.“
Ein Erfolg, für den laut Soravia auch Produktionsleiterin Anja Nobbe verantwortlich ist. Seit 14 Jahren ist sie für die Eisproduktion verantwortlich. Milch, Zucker, Joghurt und Sahne bezieht Soravia von einem Hersteller aus dem Saarland – alle anderen Zutaten seien zu 90 Prozent italienische Produkte. Jedes Jahr gebe es neue Kreationen zu probieren, diesmal seien vier Sorten besonders beliebt. „Kinder Bueno, Mozart, Salzkaramell und Dubai-Eis. Die Kinder lieben auch Regenbogeneis, da stellen wir aus vielen verschiedenen Sorten eine Eiskugel zusammen“, sagt der Italiener.
Vorfreude auf das Jubiläum
Heute kann Roberto Soravia auf erfolgreiche 25 Jahre zurückblicken. Mittlerweile ist er bei Firmen, Hochzeiten und Schulen gefragt. Auch Weinfeste besucht er regelmäßig. „Wir sind hier integriert, eine Institution. Vielerorts gehört es dazu, dass Roberto Eis vorbeischaut“, sagt der Eismacher. Um die Zukunft macht er sich keine Sorgen.