Landau Reifenhersteller Michelin braucht Luft
Michelin will in seinem Logistikzentrum an der Landkommissärstraße im Landauer Gewerbegebiet Mörlheim eine neue Lagerhalle bauen. Dazu braucht das Unternehmen eine Befreiung vom Bebauungsplan. Entscheiden muss der Stadtrat.
Der Bauausschuss war am vergangenen Dienstagabend nicht beschlussfähig; wie berichtet, müssen eine Reihe von Ausschüssen aufgrund des überraschenden Todes des CDU-Fraktionsmitgliedes Gerhard Mosebach neu gewählt werden. Daher hat der Ausschuss Themen nur vorberaten, gleichwohl hat er überwiegend Zustimmung signalisiert. Laut Sitzungsvorlage ist der Reifenhersteller dabei, seine Logistik-standorte in Deutschland zu wenigen großen zusammenzufassen. Landau soll dabei gestärkt werden. Allerdings: Am schon mehr als 30 Jahre lang genutzten Standort in Mörlheim ist der Platz knapp. Im Süden und Westen grenzen die Queichwiesen an, wo ein Wasserschutzgebiet rings um die Tiefbrunnen für die Landauer Wasserversorgung ausgewiesen ist. Zudem liegen dort ein Fauna-Flora-Habitat-Gebiet (FFH) und ein Vogelschutzgebiet. So bleibt nur eine Erweiterung nach Norden, die aber deshalb nicht schnell umzusetzen ist, weil dort die Bornheimer Gemarkung beginnt. Vorläufige Entlastung will das Unternehmen mit einem Freiluftlager in der Nordwestecke seines Areals erreichen. Außerdem soll ein schmaler Streifen, auf dem das stillgelegte Industriegleis zum Werk verläuft und das Michelin von der Stadtholding erworben hat, mit einer 9100 Quadratmeter großen Halle überbaut werden. Weil diese Ecke zwar als Industriegebiet ausgewiesen ist, aber außerhalb der überbaubaren Fläche des Bebauungsplans liegt, braucht das Unternehmen eine Befreiung. Das Grundstück liegt außerhalb der Schutzgebiete. „Wir wollen ortsansässige Unternehmen stärken“, sagte Baudezernent Maximilian Ingenthron (SPD) dazu der RHEINPFALZ. Die Grünen hatten sich bisher gegen eine Erweiterung ausgesprochen. Udo Lichtenthäler sagte aber nun, dass Lageplan und Luftbild, die im Ausschuss gezeigt wurden, die Planung in einem neuen Licht erscheinen lasse. Seine Fraktion werde das Thema nochmals beraten. Klaus Scheid (SPD) wollte wissen, ob dies der „absolute Tod des Industriegleises“ sei. Das Unternehmen schließe definitiv aus, jemals wieder Güterzüge rollen zu lassen, sagte Bauamtsleiter Christoph Kamplade. Bernhard Löffel (CDU) nannte das Vorhaben „grundsätzlich positiv“, ebenso Michael Dürphold (FWG). Der spottete lediglich über eine Formulierung in der Tischvorlage: Der Satz „Im Eingriffsbereich werden darüber hinaus 830 Quadratmeter Gehölzpflanzungen und 37 Einzelbäume beansprucht“ bedeute doch wohl, dass diese gerodet werden sollen. Dürphold: „Das ist eine charmante Umschreibung für fällen und plattmachen.“ Termin Die öffentliche Sitzung des Stadtrats beginnt heute um 17 Uhr im Ratssaal. |boe