Landau Pro Baum: Zum Erhalt alter Bäume Satzungen ändern
Die Landauer Bürgerinitiative „Pro Baum“ reagiert geschockt auf die Berichterstattung der RHEINPFALZ vom Mittwoch, wonach eine alte Blutbuche an der Ecke Wollmesheimer-/Sauerbruchstraße gefällt werden soll. Dort möchte das Bauunternehmen DB Wohnbau ein Mehrfamilienhaus mit sieben Wohnungen errichten. Der Baum steht in der künftigen Einfahrt und wird deshalb gefällt. Im Namen der BI und nach Rücksprache mit dem Baumpfleger Joachim Osterheld betont Andreas Barlang, eine andere Planung sei durchaus möglich gewesen. Dann würden in diesem Eck nicht 115, sondern eben nur 113 oder 114 neue Wohnungen entstehen. Denis Baumann hat in der Straße zwei weitere Wohnbauprojekte. „Mit etwas Fantasie und gutem Willen der Stadtverwaltung könnte auch ein Stockwerk mehr genehmigt werden, wenn die Bäume auf dem Grundstück verschont bleiben. Diese Kreativität wurde andernorts durchaus aufgebracht, zum Beispiel bei den Häusern im Bürgergraben, die wegen Altlasten zwar ohne Keller, dafür mit einem Stockwerk mehr errichtet wurden“, schreibt Barlang.
„Die Erde brennt“
In Zeiten, in denen die Erde brenne wie derzeit in Südeuropa, Kleinasien und den USA, vor einem Jahr in Sibirien und Australien, wäre es eigentlich selbstverständlich, entsprechend sensibel vorzugehen. Stattdessen werde vom Bauherrn Gewinnmaximierung betrieben und dies von der Stadtverwaltung abgesegnet; „wohlgemerkt einer Spitze, die von einer (selbst ernannten) Klimakoalition getragen wird“. Trotz großer Worte und Ausrufung des Klima-Notstandes habe diese bisher nicht viel zum Klimaschutz beigetragen, heißt es weiter.
Die Bürgerinitiative fordert, den Erhalt von alten Baumbeständen zur Auflage bei künftigen Baugenehmigungen zu machen, gegebenenfalls durch Änderung der Bebauungssatzung und ähnlicher Rechtsvorschriften, um zu verhindern, „dass weitere Baumaßnahmen zum Killer des Stadtklimas werden“.