Landau RHEINPFALZ Plus Artikel Pavillon auf Rathausplatz: Aus Dampfnudel-Bude wird Pinsa-Stand

Niklas Albrecht öffnet am Samstag seinen Pinsa-Verkauf im Pavillon auf dem Rathausplatz. Im Hintergrund winkt seine Mutter Marti
Niklas Albrecht öffnet am Samstag seinen Pinsa-Verkauf im Pavillon auf dem Rathausplatz. Im Hintergrund winkt seine Mutter Martina Jost-Albrecht, die ihren Sohn tatkräftig unterstützt.

Viele Jahre wurden Dampfnudeln durch das Fenster des Pavillons auf dem Landauer Rathausplatz gereicht. Jetzt gibt es einen neuen Pächter. Der setzt auch auf Teigwaren.

Im vergangenen Herbst gab Theo Bender nach vielen Jahren als Pächter des Pavillons auf dem Landauer Rathausplatz seinen Dampfnudelverkauf dort auf. Seither stand das Häuschen leer, dessen Verpächterin die Stadt ist. Doch nun wird wieder Leben einkehren in den Pavillon: Am Samstag, pünktlich zum Wochenmarkt, wird Niklas Albrecht darin einen Pinsa-Verkauf eröffnen. Mit Teigwaren kennt sich der Badener aus.

Albrecht, 29, ist gelernter Konditor. Nach seiner Schulzeit absolvierte er eine Ausbildung zum Konditor, wie er im Gespräch mit der RHEINPFALZ berichtet. Danach sei er in die Schweiz gegangen, habe dort in mehreren Hotels gearbeitet und Pralinen hergestellt. Dass er mal Pinsa verkaufen würde, war nicht vorgezeichnet. „Ich habe aber einfach immer gerne mit Teig gearbeitet“, sagt der Gastronom, dessen Betrieb unter dem Namen Pinsa Porta Via firmiert.

Pinsa und Pizza – was ist der Unterschied?

Äußerlich ähneln sich Pizza und Pinsa. Eine Pizza ist rund, die Pinsa eher oval. Beide werden belegt, etwa mit Gemüse, Käse und Salami. Im Gegensatz zur Pizza wird eine Pinsa aber oft erst nach dem Backen belegt. Doch vor allem der Teig macht den Unterschied. Typisch für eine Pinsa ist eine Mischung aus mehreren Mehlsorten. Neben Weizenmehl – wie für Pizza üblich – enthält sie meist einen Anteil an Reis- und Sojamehl. Das soll die Pinsa locker und gleichzeitig fester machen. „Der Teig für unsere Pinsa wird nach unserem eigenen Rezept von einem Familienunternehmen traditionell in Handarbeit für uns produziert“, sagt Albrecht.

Die Pinsa-Idee begann für Niklas Albrecht mit einem Besuch bei seinem Onkel. Der baut Wohnmobile um. Einst sei bei ihm ein alter Bäckereiwagen gestanden, mit dem die Vorbesitzer übers Land gefahren waren und ihre Waren angeboten hatten. Albrecht, so erzählt er es, dachte sich, das wäre der perfekte Foodtruck, also ein mobiler Verkaufsstand. Er wollte sich eh immer selbstständig machen. Also baute er das Fahrzeug um und begann dann 2022 damit, Pinsa auf Festen zu verkaufen. Das tut er bis heute, ist zwischen März und Oktober auf zahlreichen Veranstaltungen mit seinem Wagen, auch hier in der Region. Aber wie kam er dazu, sich als Pächter für den Pavillon auf dem Rathausplatz zu bewerben?

Auch vegane und saisonale Beläge

„Meine Freundin hat eine Stelle in Landau bekommen“, berichtet Albrecht. Unter anderem deshalb habe er sich auch nach einer festen Verkaufsstelle hier umgeschaut. Hilfe bekommt er in seinem Pinsa-Betrieb vor allem von seiner Mutter, sie sei ab der ersten Stunde an seiner Seite gewesen. „Ohne ihren Einsatz wäre das alles nicht möglich“, sagt Albrecht. Seinen Pavillon in Landau wird er von nun an dienstags bis sonntags öffnen. Er setze auf eine kleine Karte und werde zudem saisonale und auch vegane Beläge anbieten, betont der Gastronom aus dem Badischen, der inzwischen in Mörlheim lebt, das Lager in Hatzenbühl hat. Pfälzer Wurzeln hat Niklas Albrecht übrigens auch: Seine Oma kommt aus Edenkoben.

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