Kommentar
Nicht immun gegen Fehler

Eigentlich hätte gar nichts schieflaufen dürfen im Impfzentrum Landau-Südliche Weinstraße. Das Konzept ist durchdacht. Die Wege sind nach dem Flughafenprinzip ausgetüftelt und nicht zu verfehlen. Die Mitarbeiter sind freundlich und hilfsbereit. Das Impfzentrum funktioniert.
Und doch sind nun zwei Fälle bekannt geworden, in denen ein anderes Mittel gespritzt wurde als angemeldet. Wegen menschlichen Versagens. Weil der Arzt nicht richtig hingeschaut hat, weil ein Helfer die Farben der Bändchen verwechselt hat. Das darf nicht passieren, aber es lässt sich eben nicht ausschließen.
Deshalb müssen Fehler benannt werden. Um Schwachstellen beheben zu können – nicht, um die Impfmüdigkeit zu befeuern oder um einen Impfstoff mit schlechtem Ruf madig zu machen. Niemand sollte die Leistung der Mediziner oder der Helfer schmälern, die einen wirklich guten Job machen. Zwei Fehler sind bei 23.000 Impfungen eine verschwindend geringe Zahl. Es sind trotzdem zwei Fehler zu viel. Deshalb muss das Sicherheitskonzept auf den Prüfstand. Und alle, die sich impfen lassen wollen, sollten aus den Vorfällen noch eine andere Lehre ziehen. Im Beratungsgespräch mit dem Arzt sollten sie ausdrücklich den für sie reservierten Impfstoff beim Namen nennen.
