Landau
Neuer Träger für Medivicus: Asklepios-Kliniken steigen beim MVZ Südpfalz ein
Es war ein Paukenschlag, als im Juni 2017 die Pläne für ein Gesundheitszentrum in der Paul-von-Denis-Straße in Landau entlang der Bahnlinie bekannt wurden. Der Orthopäde Alexander Schopp hatte händeringend nach einer Lösung gesucht, denn die Niederlassung des Medizinischen Versorgungszentrums (MVZ) Südpfalz in der Landauer Waffenstraße platze aus allen Nähten. Schopp suchte sich Partner und setzte seine Ideen um. Die Standorte in Herxheim und Edenkoben blieben erhalten. Das Medivicus wurde im Oktober 2022 eröffnet und füllte sich beständig mit neuem Leben.
Rund ein Viertel der Fläche bespielt Schopp mit seinem Team des MVZ Südpfalz im höchsten Gebäude der Anlage, dem Turm. Mittlerweile hält das Unternehmen zehn Kassensitze. Im Medivicus ist es Anlaufstelle für sämtliche Erkrankungen des Stütz- und Bewegungsapparates mit den Fachgebieten Orthopädie & Unfallchirurgie, Neurochirurgie, Allgemeine Chirurgie, Physikalische und Rehabilitative Medizin, Schmerztherapie sowie Innere Medizin mit dem Schwerpunkt Pneumologie.
Neuer Träger: Schopp bleibt Arzt, Lambert übernimmt Geschäftsführung
Am Dienstag nun sorgte Schopp wieder für einen Paukenschlag. Bei einer Betriebsversammlung wurden die Mitarbeiter informiert, dass Schopp in den Asklepios Südpfalzkliniken einen neuen Träger gefunden hat. „Mit den Asklepios Südpfalzkliniken haben wir einen Träger gewonnen, der bereit ist, ambulante und stationäre Versorgung konsequent zusammenzudenken. Ich freue mich darauf, diesen Weg weiterhin aktiv mitzugestalten und gemeinsam Lösungen zu entwickeln, wie sektorenübergreifende Versorgung eleganter und effizienter gelingen kann“, wird der 49-jährige Orthopäde in einer Pressemitteilung zitiert. Ihm sei es wichtig gewesen, einen Partner zu finden, der nicht nur wirtschaftliche Stabilität mitbringe, sondern vor allem ein echtes Verständnis für medizinische Qualität und für die Herausforderungen der täglichen Versorgung habe.
Alexander Schopp wird weiterhin als Facharzt für Orthopädie im MVZ praktizieren, aber die Geschäftsführung des MVZ geht auf Frank Lambert über, Geschäftsführer der Asklepios Südpfalz Kliniken GmbH. Er trägt Verantwortung für die Krankenhäuser in Germersheim und Kandel. Sukzessiv baut Asklepios sein Engagement als Gesundheitsversorger in der Region konsequent aus. Lambert unterstreicht laut der Pressemitteilung: „Unser Ziel ist es, Verantwortung zu übernehmen in einem Gesundheitswesen, das vor spürbaren Herausforderungen steht. Mit unseren Möglichkeiten und Stärken wollen wir die medizinische Versorgung in der Region sichern und im Sinne der Menschen weiterentwickeln.“
Lambert: "Wollten selbst aktiv werden"
Der private Krankenhausbetreiber Asklepios mit Sitz in Hamburg begann 1985 mit der Übernahme und Umstrukturierung von öffentlichen Krankenhäusern. Der Konzern ist nach eigenen Angaben nach Helios der zweitgrößte private Träger im Gesundheitswesen in Deutschland, betreibt rund 170 Einrichtungen – darunter auch 44 MVZ und 270 Arztpraxen – und beschäftigt rund 67.000 Mitarbeiter. Den Umsatz im Jahr 2024 beziffert das Familienunternehmen auf knapp sechs Milliarden Euro.
„Wenn wir im Gesundheitswesen insgesamt effizienter werden wollen, müssen wir die Grenzen zwischen ambulantem und stationärem Bereich überwinden“, unterstreicht Frank Lambert. „Wir haben uns bewusst entschieden, nicht länger auf Reformen zu warten, sondern selbst aktiv zu werden und erweitern daher konsequent unsere ambulanten Strukturen.“
Versorgung aus einem Guss: Asklepios vernetzt MVZ und Kliniken
Versorgungsprozesse enger miteinander zu verzahnen, biete Vorteile: Bereits vorhandenes medizinisches Wissen könne sektorenübergreifend genutzt und digital weitergegeben werden. Doppeluntersuchungen würden vermieden, Behandlungswege klarer gestaltet und Prozesse beschleunigt. „Dies entlastet medizinisches Personal und schafft zusätzliche Kapazitäten.“
Vor allem für Patienten soll sich laut Lambert die Übernahme des MVZ Südpfalz durch Asklepios spürbar positiv auswirken. Durch den gezielten Ausbau ambulanter Angebote und besser abgestimmte Strukturen seien Termine künftig schneller verfügbar, und Behandlungen würden effizienter koordiniert.
Neben dem MVZ bietet das dreiteilige Medivicus mehrere Arztpraxen, eine Apotheke, Physiotherapie, Radiologie, Logopädie, ein Sanitätshaus und seit Neuestem einen Bestatter.
