Mörlheim
Neuer Kreisel bekommt keinen Betonbelag
Anhaltende Hitze weicht Straßenbeläge auf. Das weiß man, es war auch erst kürzlich (14. Juli) wieder Thema im ZDF-Wetterbericht: Spurrinnen und Schäden sind die Folge. Daher hat sich RHEINPFALZ-Leserin Angelika Hölscher sehr gewundert über unsere Berichterstattung zum Neubau des Kreisels auf der L509 bei Mörlheim (Landau - Offenbach beziehungsweise Hochstadt), „dass der Straßenbelag wieder aus Asphalt besteht“. Sie weist darauf hin, dass der alte Kreisel wegen seiner tiefen Spurrillen unbrauchbar geworden sei, die durch Lastwagen bei großer Hitze in den Belag gedrückt worden waren. Dort war der Belag mehrfach erneuert worden.
Verschwendung von Steuergeldern?
Hölscher war denn auch fest davon überzeugt, dass der Kreiselneubau den gleichen Belag bekommen werde wie die beiden Kreisel an den Auffahrten zur Autobahn Landau-Mitte. Die sind betoniert. „Es ist doch vorprogrammiert, dass bei dem hohen Lkw-Aufkommen auch bei dem neuen Kreisel wieder tiefe Spurrillen auftreten werden, was immer wieder zu Reparaturen führen wird“, gibt die Leserin zu bedenken. Sie hält den Asphaltbelag daher für eine Fehlplanung und Verschwendung von Steuergeldern.
Doch das sei nicht der Fall, entgegnet Martin Schafft, Leiter des Landesbetriebs Mobilität in Speyer. Er berichtet, dass der LBM mit Gussasphaltbauweise bei ähnlichen Projekten bereits gute Erfahrungen gemacht habe, beispielsweise am ebenfalls stark befahrenen Kreisel an der A65-Anschlussstelle Neustadt-Süd (B39, Neustadt - Speyer). Gussasphalt sei sehr widerstandsfähig gegen Schubbelastungen von Lastwagen.
Mehr Durchmesser = weniger Belastung
Schafft bestätigt, dass der LBM auch den Bau in Betonbauweise geprüft habe – nicht zuletzt wegen der guten Erfahrungen an der A65-Anschlussstelle Landau-Mitte oder beim Kreisel Landau-Nord (B10/L512/L526). Doch bei Beton seien nicht nur die Kosten viel höher (was jedoch kein Entscheidungskriterium gewesen sei), sondern vor allem die Bauzeit sehr viel länger. Beton brauche viel länger, um komplett auszuhärten. „Ziel war aber, die Bauzeit zu minimieren, um die Einschränkungen durch die Sperrungen möglichst gering zu halten“, betont Schafft.
Dass der alte Kreisel so stark Schaden genommen hat, liegt laut Schafft an zwei anderen Faktoren: Erstens sei er schon viele Jahre stark befahren worden, zweitens habe er nach heutigen Gesichtspunkten einen zu kleinen Durchmesser für den vielen Verkehr gehabt. Er hatte 40 Meter Durchmesser, beim um 50 Meter verschobenen Neubau sind es 50 Meter. Die Schubkräfte der schweren Lastwagen hätten die Oberfläche ebenso zerstört, wie die Randbereiche kaputtgefahren worden seien. Der alte Kreisel sei aus einer Asphaltmischung hergestellt gewesen, die der damals noch nicht bekannten extrem hohen Lkw-Belastung in Verbindung mit dem zu geringen Durchmesser nicht standgehalten habe.
Die Beratungsstelle für Gussasphaltanwendungen im Hauptverband der Deutschen Bauindustrie bescheinigt Gussasphalt bei richtigem Einbau gute Eigenschaften für Kreisel.
Wie berichtet, kostet der neue Kreisverkehrsplatz 3,1 Millionen Euro.