Landau
Moltkestraße wird ausgebaut
Die Sanierung von Straßen in der Südstadt geht weiter: Die Stadt will als nächstes – vermutlich bis 2025 – für rund 900.000 Euro die marode Moltkestraße erneuern und umgestalten, bevor mittelfristig auch noch die Glacisstraße und weitere in (annähernd) Ost-West-Richtung verlaufende Straßen folgen sollen. Dabei wird sich die Verwaltung an der Gestaltung der benachbarten Friedrich-Ebert- und Bismarckstraße orientieren, die bereits mit beidseitigen Parkplätzen und Bäumen ausgebaut und aufgewertet wurden.
„Wir wollen die Südstadt in Schuss bringen“, sagte Ralf Bernhard, Leiter der Mobilitätsabteilung, jetzt dem Mobilitätsausschuss. Wie bei den schon ausgebauten Südstadt-Straßen soll die Fahrbahn asphaltiert werden, Parkplätze und Gehwege werden gepflastert. In der Moltkestraße sind 25 Bäume – mit Bodendeckerrosen darunter – und 31 Pkw-Stellplätze geplant.
Reichen die Parkplätze?
Derzeit gibt es mehr als doppelt so viele Parkplätze (65) dort, weil es sich um eine Einbahnstraße handelt. Letzteres soll zwischen Marienring/Rheinstraße und Glacisstraße anders werden, der Abschnitt soll in beide Richtungen befahrbar sein – so wie dies auch schon vor der Marienkirche neu geregelt worden ist. Das kostet zwar Parkplätze, aber die Verwaltung geht davon aus, dass der Platz zum Abstellen von Autos auch künftig reicht, weil der Auslastungsgrad der Parkplätze je nach Straßenabschnitt derzeit bei nur 40 bis etwa 80 Prozent liege.
Die Moltkestraße soll als Fahrradstraße mit Freigabe für den Kfz-Verkehr ausgewiesen werden. Das hat nach Überzeugung der Verwaltung mehrere Vorteile: Die Gleichberechtigung der unterschiedlichen Verkehrsteilnehmer soll den Verkehr beruhigen und ermöglicht es, dort 350.000 Euro aus dem Fördertopf Klimaschutz durch Radverkehr einzusetzen, aus dem der Bund Landau rund 7,5 Millionen Euro zur Verfügung gestellt hat.
Vorplatz fürs Gericht
Damit Radler und Autofahrer aus der oder in die Südstadt die stark befahrene Ringstraße sicher überqueren können, muss die Ampel neu programmiert werden. Das verträgt sich nicht mit der Tatsache, dass die Ringstraßen Vorrangrouten für den motorisierten Verkehr sind, sagte der beigeordnete Lukas Hartmann (Grüne). Daher ist die Verwaltung auf eine Idee gekommen, die Ampelzeit einspart, aber auch einen gestalterischen Mehrwert hat: Sie will den nördlichen Teil der Moltkestraße vor dem Gericht „abhängen“. Er soll eine Sackgasse werden, die nur noch von Norden angefahren werden kann. Dort können Parkplätze untergebracht werden, vor allem aber kann vor dem Gericht – einem der laut Bernhard schönsten und repräsentativsten Gebäude der Stadt – ein attraktiver Vorplatz angelegt werden. Dafür werden voraussichtlich weitere 320.000 Euro gebraucht, schätzt die Verwaltung.
Nach Bernhards Einschätzung wird der nördliche Abschnitt der Moltkestraße nicht dringend für den Kfz-Verkehr gebraucht: Es gebe ja den Ostring und die Friedrich-Ebert-Straße als gute Alternativen, und die Situation an der Kreuzung sei ja durchaus ein bisschen „verworren“, so Bernhard.