Insheim Lithiumgewinnung: Initiative warnt vor weiterer Bohrung

Das Geothermie-Kraftwerk in Insheim.
Das Geothermie-Kraftwerk in Insheim.

Die Interessengemeinschaft Pfalz-Parterre gegen Tiefe Geothermie ist skeptisch, was die geplante Lithium-Gewinnung im Geothermie-Kraftwerk Insheim angeht, das die Pfalzwerke an die Vulcan Energy in Karlsruhe verkauft haben.

Unter anderem bezweifelt die IG, die aus den Ehepaaren Bauer aus Insheim und Hauptmann aus Mutterstadt besteht, dass die Lithiumproduktion klimaneutral funktionieren werde. Denn der Strom werde „nie und nimmer dazu benutzt“, weil dann die EEG-Umlage von über 24 Cent pro Kilowattstunde verloren wäre. Das Unternehmen hatte allerdings auch nur von selbsterzeugter Wärme für die Lithium-Gewinnung gesprochen. Außerdem bezweifelt die IG, dass das „Upscaling“, also das Übertragen eines Verfahrens vom Labor- auf den Industriemaßstab, innerhalb von fünf Jahren zu bewältigen ist. Vulcan hatte angekündigt, ab 2026 Lithiumhydroxid in Batteriequalität zu liefern, unter anderem an VW. Bei den erwähnten Verträgen mit VW und anderen Herstellern von E-Fahrzeugen dürfte es sich nach Einschätzung der IG nur um Absichtsbekundungen handeln, nicht um verbindliche Abnahmeverträge.

IG verweist auf über 200 Mikrobeben

Weiter warnt die IG vor einer weiteren Bohrung in Insheim, die Vulcan angekündigt hatte, um mehr Wasser und damit auch mehr Lithium fördern zu können. Sie fürchtet, dass es dann zu Gebäudeschäden kommen könnte, und verweist auf über 200 Beben, die durch das Kraftwerk ausgelöst worden seien. Dabei hat es sich allerdings um sogenannte Mikrobeben gehandelt, die in der Regel nicht spürbar sind und keine Schäden verursachen.

Vulcan hat unterdessen angekündigt, auch bei Haßloch Thermalwasser fördern zu wollen, um Lithium zu gewinnen.

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