Landau Landau: Vier Elektroautos zum Ausleihen

91-95307888.jpg
91-95286283.jpg

Der Landauer Versorger Energie Südwest will vier Elektroautos im Stadtgebiet für Nutzer zur Verfügung stellen. Die Reichweite ist allerdings auf 200 Kilometer begrenzt.

Heute schon geladen? Diese Frage stellt sich ab dem zweiten Quartal jeder, der in Landau umweltbewusst vorankommen möchte, sich aber kein Elektroauto leisten kann oder will – und deshalb auf „Esel“ setzt. „Energie Südwest Elektroautos für Landau“ heißt das neue E-Carsharing-Angebot des Energieversorgers. Bis zu 200 Kilometer fahren die schwarz-weißen BMW i3 bei vollem Akku und normalem Verbrauch. Mit 200 Kilometern pro Stunde über die Autobahn donnern ist aber nicht drin, wie Robert Grajcarek, Projektleiter für Neue Geschäftsfelder bei Energie Südwest (ESW), erklärt: „Vollgas-Orgien gibt es keine. Ab 150 Stundenkilometer kommt der Riegel rein, weil die Autos ansonsten überproportional viel Strom verbrauchen.“ Wieder heimkommen könnte dann zum Problem werden. Verfügbar sind die Autos nach dem „Free-Floating“-Prinzip. „Dabei handelt es sich um eine moderne Carsharing-Variante“, erläutert ESW-Vorstand Thomas Waßmuth. Die Fahrzeuge seien demnach nicht an feste Stationen gekoppelt, sondern könnten überall in der Innenstadt ausgeliehen und abgestellt werden. „Mit etwas Glück steht das nächste Auto also an der nächsten Ecke“, sagt Waßmuth. Über das Internet oder eine Smartphone-App können sich die Nutzer über den Standort freier Fahrzeuge informieren und diese dann mit einer speziellen Chipkarte aufschließen. Kostenlos mit Ökostrom aufladen kann man die E-Flitzer auf dem Parkplatz vor der Haustür der ESW in der Industriestraße oder an der Ladesäule auf dem alten Messplatz. „Natürlich geht das auch an privaten Stationen oder in anderen Städten. Für die eventuellen Kosten müssen die Fahrer aber dann selbst aufkommen“, sagt Grajcarek. Aber was ist, wenn ein Fahrer das Auto mit leerem „Tank“ einfach irgendwo in der Stadt abstellt? „Wir gehen nicht davon aus, dass das passiert. Wir setzen auf die Mitarbeit der Kunden und deren gegenseitige Unterstützung untereinander.“ Da zähle der Community-Gedanke, der bei solchen Gemeinschaftsprojekten oft entstehe. Die Energie Südwest least die Viersitzer bei BMW. Der Listenpreis liegt laut Grajcarek ohne Zusatzausstattung bei etwa 30.000 Euro. Die vier angeschafften Autos sind alle mit Klimaanlagen ausgestattet. Die ESW plant, in den kommenden Jahren verstärkt in die Elektromobilität zu investieren. So soll beispielsweise die Anzahl der Aufladestationen in Landau erhöht werden. Wie viele das sein und wann sie eingerichtet werden, stehe noch nicht fest, sagt Projektleiter Grajcarek. Landaus Oberbürgermeister Thomas Hirsch (CDU) ist ganz angetan von den E-Mobilen: „Ich hatte die Gelegenheit, eines der Autos, die jetzt bei Esel zum Einsatz kommen, Probe zu fahren und war begeistert.“ Einen Termin, ab wann die vier Elektroautos durch die City düsen werden, gibt es noch nicht. Auf der Internetseite www.esel.cab können sich aber schon jetzt Interessenten melden und informieren. In den ersten drei bis sechs Monaten ist die Anmeldung kostenlos. „Danach werden wir eventuell eine kleine Anmeldegebühr von etwa 20 Euro verlangen“, so Grajcarek. Die ESW wird eine "marktübliche Carsharing-Gebühr" verlangen. Wie hoch diese sein wird, will das Unternehmen bald auf seiner Homepage veröffentlichen. Wer schon mal Probe sitzen will, kann das bis einschließlich Sonntag in Halle 1 der Wirtschaftswoche tun. Info Wirtschaftswoche auf dem Messegelände bis Sonntag, 12. März, täglich von 10 bis 18 Uhr.|bje
x