Landau
Landau: Room4Work vermietet im Stil eines Coworking Space Arbeitsplätze und Büros
Es gibt Unternehmer, die möchten in einem Büro arbeiten, ohne gleich die Immobilie zu mieten. Sie brauchen nur einen Arbeitsplatz, beispielsweise für die Dauer eines mehrwöchigen Projektes. In Großstädten wie München und Berlin können sie das schon längst, nun auch in Landau.
In der Ostbahnstraße 17, nicht weit vom Bahnhof entfernt, gibt es neuerdings solch einen Coworking-Space. Der Begriff, der in der Arbeitswelt ähnlich wie Start-up als feststehender Ausdruck etabliert ist, bezeichnet Bürogemeinschaften. In diesen sind Unternehmer verschiedener Branchen tätig, vor allem Freiberufler und Selbstständige. Sei es für einen Tag oder für mehrere Monate. Sie können kurzfristig Büros oder Arbeitsplätze für diesen Zeitraum buchen. „Sie finden hier das ganze Equipment, können den Drucker und das Internet nutzen, ebenso das Besprechungszimmer. Sie brauchen nur einen Rechner, dann können sie loslegen“, erklärt Volker Wiora, Geschäftsführer des Unternehmens „Room4Work“, das im Juli gegründet wurde.
Insgesamt vier Büros, jeweils zwischen 15 und 20 Quadratmeter groß, stellt der Betrieb zur Verfügung. Ebenso ein Besprechungszimmer, das auch separat gebucht werden kann. WC, Küche und Bad sind auch da. Und um die Reinigung müssen sich die Mieter keine Sorgen machen.
Die Nachfrage ist da. „Wir haben bereits alle vier Büros vermieten können, unter anderem an einem Unternehmensberater. Wir können aber noch Arbeitsplätze anbieten“, erklärt Wiora. Diese kosten monatlich 250 Euro, für ein großes Büro sind monatlich 800 Euro fällig. Arbeitsplätze können aber auch tageweise gebucht werden.
Lieber im Büro statt Homeoffice
Wer interessiert sich für diese Mietmodelle? „Das ist ganz unterschiedlich“, erklärt Volker Wiora. „Hier ist beispielsweise ein Landauer tätig, der bei einer IT-Firma in Mannheim angestellt ist. Statt im Homeoffice möchte er lieber hier in einem Büro arbeiten.“ Zudem gebe es Menschen, die in der Stadt oder in der Umgebung Kunden, jedoch kein eigenes Büro hätten.
Für Volker Wiora und seine Geschäftspartnerin Ilga Gröschel war es naheliegend, solch eine moderne Bürogemeinschaft zu eröffnen. Mit ihrem Unternehmen Wiora Venture GmbH, das im selben Gebäude eine Etage tiefer seinen Sitz hat, haben sie vor zwei Jahren Linkando aus der Taufe gehoben. Das ist eine digitale Plattform, über die sich Mitglieder aus Interessensgemeinschaften vernetzen und miteinander arbeiten können. „Wenn wir das in der digitalen Welt anbieten, dann macht es auch Sinn, die Zusammenarbeit von Unternehmern durch solch einen Coworking Space in der realen Welt zu fördern“, sagt Wiora. Rund 10.000 Euro haben sie in die Räume im zweiten Obergeschoss investiert.
Sohn begleitet das Projekt
„Room4Work“ hat Volker Wiora in die Hände seines Sohnes Jannis und in die von Yasmin Betz gegeben. Beide sind 19 Jahre jung und haben ihr Abitur am Max-Slevogt-Gymnasium gemacht. „Wir sind noch unentschlossen, ob und was wir genau studieren möchten. Es hat sich angeboten, übergangsweise solch ein spannendes Projekt zu begleiten“, sagt Betz. Jannis Wiora ergänzt, dass die beiden dabei viel mitnehmen könnten für ihr späteres Berufsleben. Sie haben das Mobiliar ausgewählt, für die Arbeitsplätze geworben und betreuen nun die Kunden vor Ort.
Der Trend Coworking-Space ist in den USA entstanden und vor einiger Zeit nach Europa übergeschwappt. Nicht nur in Großstädten, auch in der ländlichen Region ist die Nachfrage nach solchen Arbeitsplätzen da. Annette Galinksi aus Billigheim-Ingenheim und Claudia Oestreich aus Klingenmünster suchen beispielsweise nach Mitstreitern, um solch einen Coworking Space auch in der VG Landau-Land zu etablieren. Schließlich gibt es ein landesweites Förderprogramm für Bürogemeinschaften in ländlichen Regionen. Nach einem Bericht im Juni sei der Kontakt zu zwei Unternehmern entstanden, die mitwirken möchten, erklärt Galinski. Allerdings drängten derzeit andere Projekte, weshalb hier noch nicht mehr Bewegung in die Sache gekommen sei.