Meinung Krankenhaus-Verkauf: Keine Geheimnisse vor den Bürgern
Das Aus für das Krankenhaus in Annweiler vor zwei Jahren war für viele Menschen dort ein Schock. Manche fühlten sich alleingelassen. Denn ein Krankenhaus ist nicht einfach nur ein Gebäude, in dem Lungen abgehört und Knochenbrüche geflickt werden, es ist ein Symbol dafür, dass sich jemand um einen kümmert.
Dass nun ein Investor den ehemaligen Klinikkomplex gekauft hat und dort ein Gesundheitszentrum unter anderem mit Arztpraxen, Seniorenwohnungen und Rehaeinrichtungen schaffen möchte, ist für Annweiler und den ganzen Landkreis Südliche Weinstraße eine gute Nachricht und ein Erfolg. Auch wenn das Projekt kein gleichwertiger Ersatz für das geschlossene Krankenhaus ist, auch nicht sein kann.
Klinikum gehört den Bürgern
Noch ist der Investor ein Phantom. Er soll der Öffentlichkeit präsentiert werden, sobald das Genehmigungsverfahren abgeschlossen ist. Gleiches sollte für den Kaufpreis gelten. Denn selbst wenn das Klinikum formaljuristisch den Bürgern nicht verraten muss, was es für den Verkauf des ehemaligen Klinikareals bekommen hat, wäre es politisch unklug, das nicht zu tun. Denn eines muss immer wieder deutlich gesagt werden: Das Klinikum wird von der Stadt Landau und dem Landkreis getragen, es gehört damit den Bürgern.
Die haben deshalb ein Recht darauf zu erfahren, was eingenommen wurde und sind nicht nur dann gefragt, wenn es darum geht, Geld zu überweisen. Erst vor Kurzem hatten Stadt und Kreis beschlossen, jeweils vier Millionen Euro aus Steuermitteln dem wankenden Klinikum herüberzuschieben, um dieses wirtschaftlich zu stabilisieren. Wer möchte, dass einem die Leute vertrauen, sollte sich nicht in Schweigen hüllen.
