Landau RHEINPFALZ Plus Artikel Knallerei zum Jahreswechsel in Gefahr

Das Feuerwerk gehört zum Jahreswechsel wie die Krippe zu Weihnachten. Bisher jedenfalls.
Das Feuerwerk gehört zum Jahreswechsel wie die Krippe zu Weihnachten. Bisher jedenfalls.

Die Bundeskanzlerin sieht bei der Corona-Ausbreitung noch keine Trendwende. Der November-Lockdown wird vermutlich nicht reichen, um die Pandemie zu stoppen. Am Mittwoch verhandeln Bund und Länder auch über Weihnachten und Silvester. Jetzt geht’s sogar um Böller und Raketen.

Soll der Jahreswechsel diesmal ohne Feuerwerk gefeiert werden? Vielleicht. Am Mittwoch wollen sich Bund und Länder auf neue Maßnahmen einigen, um die aufgrund des Lockdowns light kaum sinkenden Infektionszahlen doch noch zu drücken. Dabei steht nach übereinstimmenden Angaben mehrerer Medien auch der Vorschlag zur Debatte, die Knallerei zum Jahreswechsel zu verbieten, so wie es die Niederlande schon beschlossen haben. Ein solches Verbot soll Menschenansammlungen vermeiden und Krankenhäuser von Feuerwerksverletzten entlasten. Was sagen Verantwortliche in der Region zu dem Vorschlag?

Stadt Landau ist skeptisch

Die Kreisverwaltung Südliche Weinstraße will die Bund-Länder-Konferenz und die daraus möglicherweise resultierende neue Rechtslage abwarten. Und sich dann mit der Stadt Landau im gemeinsamen Katastrophenschutzstab abstimmen. Die Stadt Landau sieht ein solches Verbot noch mit großer Zurückhaltung und kann es sich höchstens punktuell vorstellen, also beispielsweise für den Rathausplatz, um Menschenansammlungen zu vermeiden. Sie rechnet aber ohnehin mit einer bundesweiten Entscheidung. Ob in den Folgejahren beispielsweise ein zentrales Feuerwerk für die Stadt angeboten werde, um die Unfallgefahr zu verringern, müsse sich zeigen, „sobald wir die Pandemie überwunden haben“.

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Feuerwehr für zentrales Feuerwerk

Dirk Hargesheimer, Feuerwehrinspekteur in Landau, kann gut aufs selbst gemachte Feuerwerk verzichten, und er kennt die Gründe dagegen. Seit Jahren wird über den Stress geklagt, den Böller und Raketen bei Haustieren und im Landauer Zoo auslösen, und der Dreck der Feuerwerkskörper auf Straßen und Plätzen ist ein stetes Ärgernis. Auch aus dienstlichen Gründen hält er wenig von der Knallerei, die er insbesondere in der dicht bebauten Altstadt und den Dorfkernen für riskant hält, wo eine fehlgeleitete Rakete leicht einen Dachstuhl entzünden könne. Solche Fälle habe es auch in Landau schon gegeben. Andererseits weiß Hargesheimer um den Brauch, das neue Jahr einzuschießen. Anstelle eines Totalverbots hält er daher ein zentrales Feuerwerk für den besseren Weg. Das spare Geld und nütze der Umwelt.

Polizei hält sich raus

Rainer Wendt, Chef der Gewerkschaft der Polizei, hat sich bereits für ein Feuerwerksverbot ausgesprochen. So weit will die Polizei vor Ort nicht gehen. „Das ist eine politische Entscheidung, da halten wir uns raus“, sagt eine Sprecherin des Polizeipräsidiums Rheinpfalz in Ludwigshafen. Wenn das Verbot kommen sollte, werde die Polizei die Ordnungsämter vor Ort bei der Kontrolle unterstützen.

Auch im Klinikum Landau/Südliche Weinstraße hält man sich bedeckt. Es habe in den vergangenen Jahren an Silvester/Neujahr nur geringfügig mehr medizinische Notfälle gegeben. Doch generell sei zur Bewältigung der Pandemie „die Einhaltung der AHA+L-Regel (Anmerkung der Redaktion: Abstand, Hygiene, Alltagsmaske und Lüften) und die Beschränkung von Kontakten sehr wichtig“, außerdem „das breite Verständnis dafür, dass jeder Einzelne mit seinem Handeln eine Verantwortung für andere und das Gemeinwesen trägt“.

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