Landau
Pro und Contra: Soll Feuerwerk an Silvester verboten werden?
Pro: Es gibt viele Gründe, Feuerwerk zu verbieten
Von Falk Reimer
Alle Jahre wieder wird debattiert, ob private Silvesterfeuerwerke verboten werden sollen. Die Antwort ist simpel: Natürlich sollten sie.
Es spricht einiges dafür, die Knallerei für jedermann zu untersagen. Immer wieder brennt wegen des Raketenbeschusses ein Wohnhaus oder eine Arbeitsstätte nieder. Unabsichtlich, völlig sinnlos – Kollateralschaden des Partyspaßes. Alljährlich werden Verletzte in die Krankenhäuser gebracht – entweder, weil sie von einem Böller getroffen wurden oder weil sie nicht in der Lage waren, sachgerecht mit den Explosivstoffen umzugehen. Meist ist da auch Alkohol im Spiel. Die Folgen des Trinkvergnügens können auch jedes Mal auf dem Landauer Rathausplatz bestaunt werden. Dort ballern sich oft mehrere Gruppen gegenseitig ihre Raketen um die Ohren.
Dazu leiden auch Babys unter dem Lärm. Mitten in der Nacht ist lauter Krach allerorten und die Kleinen wissen nicht, wie ihnen geschieht. Sie sind oft kaum zu beruhigen.
Auch den Haustieren bekommt das Feuerwerk nicht gut. Für sie ist nicht nur die Silvesternacht, sondern auch die Tage davor und danach eine Qual. Sie laufen weg und müssen mit Müh und Not eingefangen werden, wenn sie denn nicht vorher eindringliche Bekanntschaft mit einem Auto machen. Dazu kommt der Feinstaub.
Für den Spaß aller und den Wow-Effekt wäre ein zentrales Feuerwerk pro Gemeinde eine sinnvolle Alternative. Es gibt genügend gute Argumente für ein Verbot von Privatfeuerwerken. Da muss man Corona nicht als Grund vorschieben.
Contra: Lasst die Leute böllern
Von Sebastian Böckmann
Jedes Jahr wird dieselbe Sau durchs Dorf getrieben – das Feuerwerksverbot. Die Corona-Pandemie erfordert viele harte Einschnitte, aber mit ihr jetzt auch noch ein Knallereiverbot durchzudrücken, wäre überzogen. Dass Feuerwerk nicht gut für die Umwelt ist, ist bekannt. Dass man mit dem Geld viele Menschen vor dem Hungertod retten könnte, ebenso. Aber der Mensch ist nicht nur vernunftbegabt, sondern auch von Emotionen gesteuert. Und wir können nicht alles verbieten, was manche für nicht sinnvoll halten: Rauchen, Motorradfahren, in Urlaub Fliegen, auf Kreuzfahrt gehen .... Lasst den Leuten die kleine Freude, das alte Jahr laut zu verabschieden und das neue leuchtend zu begrüßen. Wir alle hatten wenig Gelegenheiten zur Freude. Wer jetzt auch noch das Feuerwerk bannen will, setzt sich nur dem Verdacht aus, einen ungeliebten, aber bisher nicht auszurottenden Brauch unter einem Vorwand ausmerzen zu wollen. Das sät Zweifel, macht sinnvolle Einschränkungen unglaubwürdig und untergräbt Akzeptanz und Disziplin.
Die bestehenden Maßnahmen wie Abstandsgebot, Maskenpflicht und Regeln für Treffen in Gruppen reichen theoretisch aus. Wenn sie in der Praxis trotzdem nicht voll funktionieren, hat das andere Gründe. Daran ändert ein Feuerwerksverbot rein gar nichts. Mal abgesehen von der fehlenden Kontrollmöglichkeit drängt man Böllerfreunde dadurch in die Illegalität. Doch die berüchtigten „Polen-Böller“ vom Schwarzmarkt bergen viel höhere Gefahren.
