Landau
Klinik modernisiert ihre Radiologie
Doppelt so viel Platz, neue Technik und schnellere, bessere Abläufe: Das Vinzentius-Krankenhaus hat viel Planung, Zeit und Geld in seine neue Radiologie investiert. Dies ist Teil der umfassenden Modernisierung, die 2018 begonnen hat und in die nach früheren Angaben rund 33 Millionen Euro fließen. Ein vorangegangener Abschnitt war die Erneuerung der Intensivstation im vergangenen Jahr.
Ein Akutkrankenhaus wie das Landauer Haus muss ständig über einen Computertomografen (CT) verfügen. Daher war es nicht damit getan, das alte Gerät zu demontieren und ein neues aufzubauen, sagt Chefarzt Knut Vollbrecht. Die Lücke in der Nutzbarkeit wäre zu groß gewesen. Das geht nicht bei einer Klinik, die Teil des Traumanetzwerks der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie ist. Ziel des Netzwerks ist die fächerübergreifende Versorgung von Schwerverletzten. Aber auch für alle anderen Abteilungen des Hauses sind gute Bilder der Patienten unabdingbar für die Diagnose. Daher blieb das alte Gerät zunächst stehen, und für den Nachfolger wurde ein neuer Raum gebaut.
2,9 Millionen Euro investiert
Deutlich mehr Platz gab es dann auch für das klassische Röntgen. So können beispielsweise auch Chirurgen oder Anästhesisten gleich mit dabei sein, wenn es darum geht, Unfallopfer zu versorgen. Das neue Raumkonzept bringt zudem den Vorteil mit, dass jetzt alle bildgebenden Verfahren an einem Ort gebündelt sind und dass sie direkt an den Schockraum anschließen. Das garantiert schnelle Abläufe und kann Leben retten, sagt Vollbrecht.
Allein für die Räume hat das Vinzentius 1,2 Millionen Euro Eigenmittel aufgewandt, so der stellvertretende Geschäftsführer Joachim Gilly. Möglicherweise werde in einem weiteren Umbauschritt auch die Notaufnahme noch verlegt. Weitere 1,7 Millionen Euro sind für ein neues hochmodernes MRT (Magnetresonanz- oder Kernspintomografie, im Volksmund gelegentlich als „die Röhre“ bezeichnet), ein neues CT und in eine neue digitale Radiografie geflossen.
Schärfere Innenansichten vom Menschen
Das neue CT, ein ringförmiges Röntgengerät, hat einen um zehn Zentimeter größeren Innendurchmesser. Das ist angenehmer für die Patienten (vor allem solche mit Platzangst), die auf einem vollautomatischen Tisch hindurchgefahren werden. Vor allem aber hilft es, wenn Patienten schon an Geräten oder Schläuchen hängen oder wenn sie eine große Körperfülle haben. Zudem ist das Gerät, das den Patienten in sehr viel mehr sehr dünne Bildschichten „zerlegt“, viel schneller als der Vorgänger, es liefert schärfere Bilder und kann die Strahlenbelastung um bis zu 80 Prozent senken. Diese Strahlenhygiene nütze allen Patienten, sei aber vor allem bei Kindern und jungen Frauen wichtig, so Vollbrecht. Auch der Kontrastmittelbedarf sei viel geringer, was die Nieren der Patienten schone. Die neue Bildtechnik geht sogar so weit, dass man zum Beispiel die Zusammensetzung von Nierensteinen erkennen könne. Urologen könnten anhand der Bilder entscheiden, ob ein Stein medikamentös aufgelöst werden kann oder anders entfernt werden muss. Nach Vollbrechts Angaben werden jährlich wohl 4000 bis 5000 Patienten mit dem neuen CT durchleuchtet.
Fachkräfte fehlen auch hier
Auch das neue Röntgengerät sorgt für kürzere Untersuchungszeiten, liefert bessere Bilder und verringert die Strahlendosis. Es ermöglicht auch Spezialaufnahmen wie Ganzwirbelsäulen-Aufnahmen oder Aufnahmen des kompletten Beins und kann feinste Strukturen klar darstellen. So erlaubt es beispielsweise einen sehr genauen Einblick in die Knochenstruktur der Patienten.
Neue Digitaltechnik ermöglicht es nach Klinikangaben auch, Patientenbilder mehreren Experten vorzulegen, sodass beispielsweise Neurologen und Neurochirurgen gemeinsam planen können, wie sie Schlaganfälle oder Schädel-Hirn-Verletzungen behandeln wollen.
Die Technik sei jetzt auf dem neuesten Stand, betonen Gilly und Vollbrecht, und mache das Vinzentius auch als Arbeitsplatz attraktiv. Denn der Fachkräftemangel plagt auch die neue Radiologie: „Wir suchen medizinisch-technische Radiologieassistenten“, sagt Vollbrecht – und einer seiner Mitarbeiter übernimmt den Werbeblock: „Wir sind ein super Team.“