Landau
Vinzentius hat Intensivstation erneuert
Hier will man partout nicht hin – aber wenn man hin muss, kann man sich gut aufgehoben fühlen: Das Vinzentius-Krankenhaus in Landau hat den ersten Teil seiner neuen Intensivstation in Betrieb genommen. Die schließt sich unmittelbar an den neuen OP-Trakt des Krankenhauses an und bietet vorerst Platz für neun Patienten in sechs Zimmern. Wenn auch der zweite Bauabschnitt fertiggestellt sein wird, werden es 16 Intensivbetten auf einer weitläufigen, großzügigen Station sein.
Der Kontrast ist groß: Joachim Gilly, stellvertretender Geschäftsführer des Krankenhauses, führt zunächst durch den inzwischen geräumten, alten Intensivbereich, den die Klinik nachträglich noch mit Schleusen zu den Zimmern versehen hatte, um Covid-Patienten betreuen zu können. Bei den neuen Zimmern sind diese Schleusen von Anfang an eingeplant. Eines ist als Hochinfektionszimmer nochmals besonders ausgestattet.
Infektionskrankheiten bleiben
„Covid wird ja nicht ganz verschwinden – und wenn es das nicht ist, dann etwas anderes. Infektionskrankheiten werden uns nicht verlassen“, ist Gilly überzeugt. In den kommenden Wochen wird der alte Intensivbereich leer geräumt, die Technik rückgebaut. Bis Ende 2023, Anfang 2024 werden hier die zusätzlichen Intensiv-Zimmer entstehen, sagt Chefarzt Dirk Piorko. Der Umbau ist aufwendig, weil er im laufenden Betrieb erfolgt und weil die jeweiligen Baustellen hermetisch vom Krankenhausbetrieb abgeschlossen werden müssen.
Im Zentrum der Intensivstation, die sich unmittelbar an den bereits erneuerten OP-Trakt mit jetzt fünf, im Endausbau sechs neuen OP-Sälen anschließt, steht ein hoher Tresen mit Computerarbeitsplätzen – sozusagen die Schaltzentrale der Intensivabteilung. Seitlich schließt sich ein kleines Labor an, in dem beispielsweise Blutwerte ohne lange Wege analysiert werden können. Ebenfalls im Zentrum, aber abgetrennt, befindet sich eine Richtzone mit Medikamentenschränken. Hier muss man in Ruhe arbeiten können, denn bei den hochwirksamen Medikamenten dürften keine Fehler unterlaufen, sagt Gilly. Eine ganze Batterie mit großen bunten Aufklebern – einer für jeden Wirkstoff – soll helfen, den Überblick zu bewahren und Verwechslungen auszuschließen.
Hightech im Kampf ums Leben
Verabreicht werden diese Medikamente mittels einer ganzen Batterie von Infusions- und Spritzenpumpen rechts vom Patientenbett, die an einem großen Arm beweglich aufgehängt sind. Links vom Bett gibt es eine ähnliche Konstruktion mit Überwachungsmonitoren für Vitalfunktionen der Patienten. Ein Reanimationsgerät und ein Dialysegerät ergänzen die Hightech-Ausstattung.
Hochmodern geht es aber auch in kleinen Dingen weiter: Während die alte Intensivstation schlicht weiß gestrichen war, gibt es in der neuen Ausstattungselemente in Holzoptik und Möbel in einem Purpurton, um den Patienten den Aufenthalt etwas heimeliger zu machen. Wichtiger aber noch ist das Lichtsystem, erläutert Piorko, denn wenn sich hier Kranke manchmal wochenlang zurück ins Leben kämpfen, verlieren sie jeden Kontakt zur Außenwelt und insbesondere den Tag-Nacht-Rhythmus. Das wiederum trage zu Verwirrungszuständen bei. Als Gegenmaßnahme sind verschiedene Lichtszenarien einprogrammiert, die den Verlauf des Tages simulieren. Darin sei die Charité in Berlin führend, sagt der Chefarzt – aber im Vinzentius gibt es das nun auch.
Mehr Platz für schwierige Pflege
Stationsleiter Jörg Strodthoff freut sich unterdessen über deutlich mehr Platz in den Zimmern. Es ist etwa die Hälfte mehr als auf der alten Station, und der zusätzliche Platz erleichtert die Arbeitsabläufe bei der aufwendigen Pflege sehr. Bei bis zu acht Patienten auf Station sind stets vier Pflegerinnen und Pfleger vor Ort, plus der Stationsleiter selbst, so dass mehr als eine Pflegekraft auf zwei Patienten kommt. Dazu kommen fünf Mediziner, bei Schichtdienst auch deutlich mehr, so Piorko.
Alles in allem investiert das Vinzentius-Krankenhaus der Caritas-Trägergesellschaft Saarbrücken (CTS) knapp 33 Millionen Euro in eine Generalsanierung, die Anfang 2018 mit dem Abriss der ehemaligen Kapelle begonnen hat. Inzwischen sind bereits rund 20 Millionen Euro verbaut, sagt Geschäftsführerin Ilona Fleischer-Klisch, die mit knapp 20 Millionen Euro Landeszuschüssen rechnet.
Schärfere Innenansichten vom Menschen
Neben einer Fassadensanierung ist im Erdgeschoss derzeit eine weitere Großbaustelle im Gang: Die Klinik hat einen neuen Magnetresonanztomografen (MRT, auch Kernspintomograf genannt) angeschafft, und im September folgt noch ein neuer Computertomograph – ein sogenannter 64-Zeiler, der einen 16-Zeiler ersetzt. Klingt kompliziert und ist es auch. Kurz gefasst bedeutet es laut Piorko, dass Ganzkörperaufnahmen von Patienten künftig deutlich schneller als in den jetzt noch erforderlichen vier Minuten gemacht werden können. Das ist nicht nur für die Patienten angenehmer, sondern ergibt auch schärfere und höher auflösende Bilder, weil diese weniger durch die Bewegungen der Patienten verwackeln. In diese bildgebende Technik investiert das Krankenhaus weitere fast 3,5 Millionen Euro.