Landau Küche für Flüchtlingsunterkunft nötig

Ein Industriebau ist kein Hotel. Detail aus einer der ehemaligen Werkshallen.
Ein Industriebau ist kein Hotel. Detail aus einer der ehemaligen Werkshallen.

Improvisieren ist gut, aber es findet seine Grenzen. Das Veterinäramt hat die Küche in der ehemaligen Druckerei in Landau beanstandet, die zur Sammelunterkunft für Flüchtlinge umgestaltet wird. Eine eingekaufte Lösung würde extrem teuer, aber es geht auch anders.

Die Stadt muss bei ihrer neuen Sammelunterkunft für Flüchtlinge in der ehemaligen PVA-Druckerei in Schlachthof- und Industriestraße noch mal kräftig nachsteuern. Das Veterinäramt hat den vorgesehenen Küchenbereich beanstandet. Dort soll tiefgekühlt angeliefertes Essen erhitzt und ausgegeben werden, und dort sollen kalte Speisen angerichtet werden. Außerdem wird ein Lager für Lebensmittel benötigt.

Die Verwaltung hat am Dienstagabend den Stadtrat informiert, dass das Veterinäramt (der Kreisverwaltung Südliche Weinstraße) die Räume besichtigt und auf Defizite hingewiesen hat. Auch für fertig zubereitete Speisen gibt es demnach strenge Auflagen für Hygiene und Lebensmittelsicherheit, die nicht erfüllt worden wären. Unter anderem wären zusätzliche Wasser- und Abwasserleitungen erforderlich.

Essensausgabe nicht verzichtbar

Ein Verzicht auf die Essensausgabe und eine Verpflegung außerhalb der Einrichtung wäre nur bei maximal 50 Bewohnern möglich, doch innerhalb der nächsten vier bis sechs Wochen würden der Stadt mehr Flüchtlinge zugewiesen.

Die Verwaltung hat daher bei einem Anbieter von mobilen Großküchen ein Angebot eingeholt, doch das schmeckt ihr gar nicht: Die Verkleidung der Wände und die Beschichtung des Bodens plus die Miete der nötigen Kücheneinbauten würden für ein Jahr mindestens 400.000 Euro kosten, aber auch vier Wochen verschlingen.

Stadt kann es billiger

Sozialamt und Gebäudemanagement haben das Angebot geprüft und sind überzeugt, dass es eine preiswertere Lösung gibt. Das Gebäudemanagement schätzt den nötigen Aufwand für Küche und Speisesaal auf rund 175.000 Euro, wenn es sich selbst um Handwerker und die Umsetzung kümmert. Allerdings muss es dann auch sehr auf die Tube drücken. Der Stadtvorstand hat daher den Stadtrat um Zustimmung gebeten, dass auf die sonst übliche Ausschreibung ausnahmsweise verzichtet wird. Dem hat der Stadtrat einstimmig zugestimmt. Die einzige Anregung kam von Gertraud Migl (Pfeffer & Salz), die riet, den Flüchtlingen auch Möglichkeiten zum Kochen zu eröffnen. Das sei ein sinnvoller Zeitvertreib.

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