Landau
„Juden in Landau“ verkauft sich gut
Kreuter, Autorin des Werks, ist weniger glücklich über den RHEINPFALZ-Kommentar zu ihrer Arbeit; denn sie habe nicht, wie der Kommentator meinte, das Buch „im Auftrag der Stadt“ geschrieben. Kreuter legt wert auf die Feststellung, dass sie „in keinem Auftrag geschrieben habe – außer in meinem eigenen“.
Unstreitig ist, dass sich Hans-Dieter Schlimmer als Oberbürgermeister bei der Sparkassen-Stiftung erfolgreich für die Finanzierung dieser Studie eingesetzt hat. Die Stiftung hat dem Freundeskreis des Archivs und des Museums Landau mit Zustimmung des Kuratoriums und des Landauer Hauptausschusses 21.000 Euro als Zuwendung zur Förderung dieser Arbeit überwiesen. „Gute Arbeit ist ihren Preis wert“, erklärt Maximilian Ingenthron (SPD), Vorsitzender des Freundeskreises und Bürgermeister. „21.000 Euro für eine knapp fünfjährige Archiv- und Schreibarbeit sind preiswert“, so Ingenthron. Diese Studie ist nach seiner Meinung ein Vorbild für gute Aufarbeitung.
Kreuter benennt Täter
Die promovierte Historikerin, die lange Jahre für das Zentrum für Antisemitismusforschung in Berlin gearbeitet hat, beschreibt die leidvolle und wechselhafte Geschichte der Landauer Juden vom Spätmittelalter bis zum Jahr 2017. Anschaulich und eng an den Quellen erfährt der Leser vom Ringen der Landauer Juden um Anerkennung und gesellschaftliche Teilhabe.
Kreuter legt aber auch den Finger in die Wunde. Anhand erst kürzlich veröffentlichter Akten zur Enteignung der Juden im Nationalsozialismus, die im Landesarchiv in Speyer einzusehen sind, nennt Kreuter die Namen derer, die in Landau jüdisches Eigentum für wenig Geld übernahmen. Im Gespräch mit der RHEINPFALZ hatte Kreuter erklärt, sie wolle den Menschen, Opfer wie Täter, einen Namen und ein Gesicht geben. Beides sei notwendig, damit Aufarbeitung wirkt.
Oberbürgermeister Thomas Hirsch (CDU) erklärte bei der Buchpräsentation: „Mit ihrer Recherche hat Marie-Luise Kreuter einen wichtigen Beitrag für die Erinnerungskultur in Landau geleistet.“ Der gute Verkauf des Buches spreche für das anhaltende Interesse. Und wenn alle 500 Bücher verkauft sind, dann hat die Stadt sogar einen kleinen Gewinn von rund 1.500 Euro erwirtschaftet.