Wochenspiegel RHEINPFALZ Plus Artikel Impfpflicht-Umfrage: Was wir gelernt haben

Die Leser sprechen sich für eine Impfpflicht aus.
Die Leser sprechen sich für eine Impfpflicht aus.

„Was halten Sie von einer Impfpflicht?“ Das hatten wir Montag und Dienstag die Leser gefragt – und wir gestehen, wir sind von der Zahl der Reaktionen überrollt worden. Herzlichen Dank dafür, auch wenn Kollege Jörg Petri und Falk Reimer nun ein wenig urlaubsreif sind. (Gerne können Sie Ihren „Oh, habt ihr mal was arbeiten müssen“-Witz an dieser Stelle vom Stapel lassen).

Es ist schließlich nicht nur unsere Aufgabe, Sie zu informieren, sondern auch, Ihre Meinung und Gedanken zu transportieren. Das machen wir meist auf der Leserbriefseite, aber auch, wenn jemand mit einem Problem auf uns zukommt.

Impfpflicht ist kein Impfzentrum

Ab und an ist ein Thema so drängend, dass wir Sie dazu befragen – früher gelegentlich mit Straßenumfragen, heute per Lesertelefon und/oder der Bitte um Mails. Das tun wir nicht zuletzt deshalb, damit jeder – auch die Politik – nachlesen kann, was wir alle, die Bevölkerung, die Wähler, denken. Zuletzt hatten wir das für notwendig gehalten, als die Landräte Fritz Brechtel und Dietmar Seefeldt sowie Oberbürgermeister Thomas Hirsch meinten, ein Südpfalz-Impfzentrum in Wörth reiche aus. Wie Sie wissen, ist es anders gekommen. Liebe Leserinnen und Leser, was Ihre Stimmen bewirkt haben, ist bekannt.

Trotz des deutlichen Pro zur Impfpflicht wäre ich nun nicht so optimistisch. Wir glauben alle nicht, dass sich die Bundespolitik von 100 Stimmen in der Lokalausgabe einer Regionalzeitung beeinflussen lässt.

Auch der Körper kann zur Gefahr werden

Jetzt das Aber: Sie haben Meinung gebildet. Jedem von uns – und hoffentlich Ihnen auch – wurden Gedanken präsentiert, die wir zuvor nicht hatten, und es wurden Perspektiven beleuchtet, die wir zuvor nicht eingenommen hatten. Meiner Meinung nach sind die Argumente gegen eine Impfpflicht dünn – klar, die Pflicht nutzt jetzt nichts mehr, aber sie hilft vielleicht, eine fünfte Welle in den Griff zu bekommen.

Am schwersten wiegt für mich das Argument, dass jeder entscheiden können sollte, was in seinen Körper kommt – dem ist nur schwer zu widersprechen. Aber: Ist man infiziert, wird der Körper zu einer Gefahr für Gesundheit und Freiheit anderer. Die Entscheidung, ob man sich selbst und auch andere durch eine Impfung schützt, kann derzeit noch jeder selbst tragen. Lehnt man die Impfung aber ab, muss man auch die Konsequenzen der Entscheidung tragen. Sollte keine Impfpflicht kommen, muss zumindest ein Lockdown für Ungeimpfte her.

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