LANDAU / SÜW RHEINPFALZ Plus Artikel Im Impfzentrum wieder ein falsches Bändchen erhalten?

Gelb, grün, blau – die Impflinge folgen konsequent einer Farbroute.
Gelb, grün, blau – die Impflinge folgen konsequent einer Farbroute.

Eine 79-Jährige aus der Verbandsgemeinde Annweiler hat sich bei der Redaktion gemeldet, weil sie zunächst befürchtet hatte, auch sie habe einen anderen als den vorgesehenen Impfstoff erhalten. Doch der Fall liegt anders.

Die Seniorin ist am 10. April im Landesimpfzentrum Landau-Südliche Weinstraße geimpft worden, ihr Mann einen Tag früher. Sie hat ein grünes Bändchen bekommen, er ein gelbes. Das wird allerdings erst zum Thema zwischen den Ehepartnern, als sie am Donnerstag in der RHEINPFALZ lesen, dass die 75-jährige Micheline Weltens-van Lith aus Offenbach im Impfzentrum im Landauer Gewerbepark versehentlich mit Astrazeneca geimpft worden ist, obwohl ihr vom Land Biontech zugedacht worden war. Sie war am 9. April zur ärztlichen Beratung in eine Kabine auf der Astrazeneca-Spur geraten, nachdem sie von einem Security-Mitarbeiter dorthin gelotst worden sei, wie sie angibt.

Im Impfzentrum gilt die grüne Route – und damit auch das grüne Armband – für den Impfstoff von Biontech. Gelb ist für Astrazeneca reserviert. Aktuell werden in Landau nur diese beiden Impfstoffe ausgegeben, heißt es auf Anfrage bei der Pressestelle der Stadt. Da für beide Impfstoffe Zweitimpfungen erfolgen, muss genau geprüft werden, wer was bekommt, denn alle Zweitimpflinge werden über die Farbe blau durch die Hallen geleitet.

Falsch gibt es nicht

Genau hinschauen müssen die Ärzte im Impfzentrum immer. Das genau war das Problem bei den beiden Vorfällen, die die RHEINPFALZ geschildert hat – da hatte ein Arzt nicht ausreichend geprüft. Neben Weltens-van Lith hat auch der 68-jährige Ewald Heintz aus Schweigen-Rechtenbach den „falschen“ Impfstoff im Blut: Astrazeneca statt Biontech. Während sie auf die falsche Impfstraße geriet, trug er von Anfang an das verkehrte Band am Handgelenk, nämlich ein gelbes. Das hatte er nach der Anmeldung von der Security erhalten. Dem Arzt war die Diskrepanz zu den Unterlagen nicht aufgefallen.

„Falscher“ Impfstoff setzen wir deshalb in Anführungsstriche, weil in Deutschland nach der Zulassung durch mehrere Instanzen kein falscher Impfstoff auf dem Markt ist. Die Ständige Impfkommission empfiehlt Astrazeneca für Menschen über 60 ohne Einschränkungen. Darauf verweist auch eine Allgemeinmedizinerin aus dem Kreis SÜW, die beklagt, dass das vermeintlich schlechtere Vakzin von der älteren Generation nur aus emotionalen Gründen abgelehnt, dadurch aber die Impfkampagne verschleppt werde.

Eine gute Nachricht

Die 79-Jährige aus der Verbandsgemeinde Annweiler war auf Astrazeneca eingestellt, fragte sich aber nach der Lektüre des RHEINPFALZ-Berichts, ob sie vielleicht mit Biontech geimpft worden sei, was ja einen früheren Zweittermin zur Folge gehabt hätte. Noch am Donnerstag Vormittag machte sie sich erneut auf den Weg ins Impfzentrum. Nach einem Blick in ihren Impfpass bestätigte aber ein Mitarbeiter dort der Seniorin, dass sie Astrazeneca erhalten habe. „Der Arzt hat’s also gemerkt“, berichtet die Frau erleichtert. Das sei doch eine gute Nachricht. Gesagt habe er nichts, meint sie auf Nachfrage.

Der Fall allerdings lag ganz anders, wie sich am Freitag herausstellte. Denn am 10. April sei allen 800 Impflingen Astrazeneca verimpft worden, nur an diesem einen Tag, teilt die Pressestelle mit. Da war es unerheblich, welche Farbe das Armband hatte.

Der im Impfzentrum engagierte Leitende Notarzt Peter Wollny bestätigt der RHEINPFALZ, das nach dem ersten Fall mit allen Ärzten gesprochen worden sei und zusätzliche Sicherheitslinien eingezogen worden seien.

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