Landau Haus zum Maulbeerbaum: Arbeiten laufen trotz Finanzproblemen

Die Fassade des Hauses zum Maulbeerbaum soll ein Zeugnis dafür sein, wie geschichtsträchtig dieses Gebäude ist.
Die Fassade des Hauses zum Maulbeerbaum soll ein Zeugnis dafür sein, wie geschichtsträchtig dieses Gebäude ist.

Baustopp, aber kein Stillstand: Das Haus zum Maulbeerbaum soll in der öffentlichen Wahrnehmung präsent bleiben, obwohl die Genossenschaft, die es übernommen hat, mit erheblichen finanziellen Schwierigkeiten kämpft. Zum Stadtjubiläum gibt es unter anderem eine Ausstellung historischer Fotos.

Explodierende Baukosten und hohe Kreditzinsen haben dazu geführt, dass die Sanierung des historischen Kleinods vorerst zum Erliegen gekommen ist. Den ersten Bauabschnitt, in dem es um die statische Sicherung des Hauses zum Maulbeerbaum ging, konnten die Genossen noch stemmen. In der zweiten Bauphase aber, die den Innenausbau betrifft, war der Finanzplan aufgrund der Zins- und Baukostenentwicklung nicht mehr zu halten. Die Kosten für diesen Abschnitt liegen bei mindestens drei Millionen Euro. Jetzt sucht die Genossenschaft mit Unterstützung der Stadt nach einem „ideellen Investor“, der gewillt ist, das Haus zu retten, auch wenn damit kein Profit zu machen ist.

Im Februar fand ein Gespräch mit OB Dominik Geißler statt. Sein Wunsch sei es gewesen, das Haus offen und im öffentlichen Bewusstsein zu halten, sagt Genossenschaftsvorstand Michael Zumpe. Das ist auch ganz im Sinn der Genossenschaft. Ein Retter aber ist bisher noch nicht gefunden. Was tun in der Zwischenzeit? Die in der Genossenschaft engagierten Bürger bleiben optimistisch und legen nicht die Hände in den Schoß. „Das historische Gebäude soll in seinem derzeitigen Zustand nicht konserviert werden, sondern für Interessierte zugänglich bleiben“, sagt Zumpe.

Fotoausstellung als Beitrag zum Stadtjubiläum

Deshalb haben aktive Vereinsmitglieder die Ärmel hochgekrempelt und mit viel Eigenleistung das Erdgeschoss mit Foyer und großem Saal sicher begehbar gemacht. Durch diesen Einsatz ist es möglich geworden, in den Räumen eine Fotoausstellung zu präsentieren. Sie entstand in Zusammenarbeit mit dem Stadtarchiv und ist als Beitrag zum Stadtjubiläum gedacht. Gezeigt werden 29 historische Aufnahmen aus der Altstadt vom späten 19. Jahrhundert bis in die 1960er-Jahre. Eröffnet wird die Ausstellung am Samstag, 1. Juni, um 11 Uhr. Bis zum 8. September, dem Tag des offenen Denkmals, kann man jeden Samstag von 11 bis 14 Uhr die Bilder anschauen. Der Knecht-Verlag Landau hat dazu einen Katalog mit allen Fotos und Begleittexten herausgegeben.

Auch die Fassade des Hauses zum Maulbeerbaum soll ein Zeugnis dafür sein, wie geschichtsträchtig dieses Gebäude ist. Dort flattern jetzt eine gelbe Reichsfahne mit dem Doppeladler aus der Zeit Kaiser Maximilians I., der sich 1508 in Landau aufhielt, und die Fahne mit dem aktuellen Stadtwappen. Die Genossenschaft hat zudem die temporäre Restaurierung der Fassung des Portals in Auftrag gegeben, die einen Eindruck vom historischen Aussehen der Fassade vermittelt.

Auf der gegenüberliegenden Wand des Nachbarhauses werden mit Unterstützung des städtischen Denkmalamts Tafeln angebracht, die die Geschichte des Hauses, eine statische Instandsetzung und die erhoffte Zukunft des Projekts erläutern. „Mit diesen Maßnahmen möchten Verein und Genossenschaft in der derzeitigen schwierigen wirtschaftlichen Situation bewusst machen, dass die Vollendung der Rettung des Hauses zum Maulbeerbaum als Aufgabe bleibt“, erklärt der Vorstand.

Info

Weitere Informationen unter www.maulbeerbaum-eg.de.

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