Meinung
Gloria-Betrieb wieder einmal ein Tanz auf dem Vulkan
Jede Veranstaltung, jede Party im Gloria Kulturpalast soll sicher sein. Da stimmen Betreiber Peter Karl und Bauamtsleiter Christoph Kamplade überein. Für Peter Karl sind alle Bemühungen, das Landauer Kleinod für die freie Kulturszene und viele andere Veranstalter zu erhalten, allerdings Grenzerfahrungen.
Seit 2011 Betreiber der Einrichtung, hat er nicht nur viel Geld, sondern auch sehr viel Herzblut ins Haus und in die Organisation gesteckt. Dass ihm nun ausgerechnet der letzte Hebel der Stadt, dies alles zu retten, zum Verhängnis werden könnte, ist bitter.
Ein neuer Bebauungsplan, der aus der Versammlungs- eine Vergnügungsstätte gemacht hat, sollte Karl helfen, das Ruder herumzureißen. Doch die Gutachten, die zur Nutzungsänderung erforderlich waren, zwingen den Kulturmanager nun erneut zum Handeln. Nach hohen Investitionen in die Lüftungsanlage wäre nun die Nachrüstung des Brandschutzes an der Reihe. Zu kostspielig, soll Karl gegenüber der Stadt geäußert haben. Das Bauamt hatte keine andere Wahl und reagierte mit Auflagen.
Karl ist enttäuscht und fühlt sich schlecht beraten, zuallererst von Oberbürgermeister Dominik Geißler. War der doch im Wahlkampf 2022 mit dem Versprechen angetreten, das Gloria zu retten. Nun könnte bald alles vorbei sein.
Für Karl geht es um die Existenz. Er kämpft tapfer weiterhin für seinen Traum, zeigt sich aber auch desillusioniert. War es lange Zeit der Lärmschutz, der dem 55-Jährigen zu schaffen machte, so ist es heute der Brandschutz. Vorsicht ist geboten. Denn spätestens seit dem Unglück am 1. Januar in einer Keller-Bar in Crans-Montana in der Schweiz versteht jeder, warum das Amt unnachgiebig sein muss. Ausgebildete Brandwachen können nur vorübergehend eine Lösung sein.
Das Landauer Bauamt, der Stadtrat und die Stadtspitze sind Peter Karl immer wieder entgegengekommen, wohl wissend um die Bedeutung der Einrichtung für die Bevölkerung. Nicht jeder Verein kann sich die Festhalle oder das Alte Kaufhaus leisten, da ist das Gloria eine gute Alternative. Mittlerweile gesellt sich das Universum wieder dazu. Die „alte Dame“, wie Karl seinen Kulturpalast Gloria gerne betitelt, hat vielen Menschen gedient. Nun ist sie wieder einmal im Ausnahmezustand.
