Landau Fußgängerzone: Schöne Kulissen trotz leerer Schaufenster
Früher waren sie seltenst in der Landauer Fußgängerzone zu sehen, mittlerweile häufen sie sich: leere Schaufenster. Um etwas gegen diese sich ausbreitende Tristesse zu tun, hat die Initiative „Kultur- und Vereinsfenster Landau“ eine Gemeinschaftsaktion ins Leben gerufen. Das teilt das Kulturnetz Landau mit. Die Landauer Leerstandsinitiative, die Engagierte Stadt Landau und das Kulturnetz Landau organisieren, bewerben und betreuen das Projekt – mit dem großen Ziel, Landaus Innenstadt trotz leer stehender Schaufenster weiter zu einem Hingucker zu machen.
Was steckt hinter der Aktion?
Die Idee hinter dem Projekt „Kultur- und Vereinsfenster“ ist laut Mitteilung, es verschiedenen Landauer Vereinen und Künstlern zu ermöglichen, ihre Werke in leer stehenden Ladengeschäften zu präsentieren. Die Eigentümer der Räumlichkeiten stellten ihre Schaufensterfläche zur Verfügung – die Kosten für die Instandsetzung und Reinigung übernehme die Initiative. Auch gemeinnützige Initiativen und soziale Einrichtungen seien willkommen, sich zu bewerben, um ihre Werke auszustellen.
Großes Interesse bei Kunst- und Kulturschaffenden
Bereits Ende November habe die Initiative Landauer Künstler und lokale Vereine dazu aufgerufen, sich für das Projekt zu bewerben. Wie aus der Mitteilung hervorgeht, stoße man bis heute auf großen Zuspruch. Über 40 Bewerbungen seien bereits eingegangen, seit Januar werden die ersten Kunstwerke in der Landauer Innenstadt ausgestellt.
Erstes Projekt realisiert
Die Künstler Caroline Seelinger und Jonas Saling präsentierten in einem Schaufenster in der Kronstraße, gegenüber C&A, Druckgrafiken, Holzschnitte, Keramiken und 3D-Drucke. „Wir freuen uns über die Möglichkeit, unsere Arbeiten auf diesem Wege einem größeren Publikum zugänglich zu machen“, erklärt Saling der Initiative zufolge. Laut Seelinger ist die Möglichkeit, die eigene Kunst in ungenutzten Flächen auszustellen, aufgrund mangelnder öffentlicher Ausstellungsflächen sehr lukrativ. Nebenan können Fußgänger ein „Demokratiefenster“ bestaunen. Auf einem Bildschirm werden dort Videos von über 100 Südpfälzern gezeigt, die erklären, warum sie die AfD auf keinen Fall wählen.
Die protestantische Gesamtkirchengemeinde Landau um Dekan Volker Janke sei Eigentümer beider leer stehenden Geschäfte und habe eine Zwischennutzungsvereinbarung mit der Initiative getroffen, wie das Kulturnetz Landau mitteilt. Die ausgestellte Kunst liefere einen wesentlichen Bestandteil zum Zusammenhalt der Stadtgesellschaft.
Vermieter bislang zurückhaltend
Nicht ganz so euphorisch zeigen sich laut Meldung die Eigentümer leer stehender Geschäfte in Landau – obwohl der Aufwand für Vermieter sehr gering sei. Eigentümer schlössen eine Nutzungsvereinbarung mit der Initiative, die die zeitlich begrenzte Überlassung und den ordnungsgemäßen Gebrauch des Schaufensters regele. Die Engagierte Stadt Landau kontaktiere Vereine, das Kulturnetz Landau spreche lokale Künstler an und die Leerstandsinitiative kümmere sich um die Vermittlung. Eigentümer könnten so ihre Immobilie künstlerisch und ohne großen Aufwand aufwerten. „Im Fall der Kronstraße waren das bisher ein paar E-Mails sowie ein halbstündiges Gespräch, mehr Aufwand ist das nicht“, betont Sven Kaemper, einer der Initiatoren. Bei einer kurzfristigen Neuvermietung werde das Schaufenster innerhalb von zwei Wochen geräumt, wie das Kulturnetz betont.
In seiner Mitteilung weist das Kulturnetz Landau darauf hin, dass man auch weiterhin auf der Suche nach leerstehenden Geschäften sei – auch wenn nur ein Leerstand droht.
Im Netz
Interessierte können sich unter leerstand-landau.de/kulturfenster informieren und sich online für das Projekt anmelden. Im Rahmen der städtischen Förderung sind die Kultur- und Vereinsfenster zunächst bis Ende des Jahres 2025 begrenzt.