Landau RHEINPFALZ Plus Artikel Für Aldi-Wohnheim ist der Weg frei

Der bestehende Markt in der Annweiler Straße wird abgerissen.
Der bestehende Markt in der Annweiler Straße wird abgerissen.

Dem Bau eines neuen Aldi-Marktes in der Annweiler Straße mit einem großen Studierendenwohnheim in den drei Obergeschossen steht nichts mehr im Weg. Einwände aus der Nachbarschaft sind nach Ansicht der Stadtverwaltung ausgeräumt.

Aldi will seinen Markt von gut 1000 auf 1400 Quadratmeter Verkaufsfläche erweitern, zugleich aber auch das große Grundstück besser ausnutzen. Daher ist ein kompletter Neubau geplant. Die Pläne sind nicht neu: Das Unternehmen hatte bereits im Sommer 2018 die Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans beantragt.

Das Studierendenwohnheim soll nach den jüngsten Plänen 161 Ein-, Zwei- und Dreibett-Appartements haben und 199 Studierende aufnehmen können. Die Vermietung übernimmt aller Voraussicht nach das Studierendenwerk Vorderpfalz, das das Wohnheim langfristig anmieten will. Verhandlungen darüber laufen laut Stadt noch. Auf dem Grundstück sind 175 Stellplätze für Autos und 235 für Fahrräder geplant.

Nachbarn in Sorge

Als die Pläne bekanntgeworden waren, hatte es erhebliche Proteste aus der Nachbarschaft gegeben. Anlieger sorgten sich um ihre Aussicht, fürchteten eine Verschattung ihrer Wohnungen, hatten Angst vor mehr Verkehr und Lärm und machten sich für den Erhalt einer Grünfläche mit alten Bäumen an der Zufahrt stark.

Nun soll der Neubau nur noch vier Geschosse haben und 14,20 Meter hoch werden. Das ist etwa 40 Zentimeter weniger als das Nachbargebäude in der Annweilerstraße 1b. Theoretisch wäre ein Stockwerk mehr möglich gewesen. Bei den jetzigen Plänen wurden zudem die Abstände zur Nachbarbebauung gegenüber den ersten Überlegungen deutlich vergrößert.

Stadt: Alle Bedenken ausgeräumt

Letztlich hat es laut Verwaltung bei der Öffentlichkeitsbeteiligung am Bebauungsplan aber nur eine Stellungnahme gegeben. Die dabei vorgebrachten Bedenken hält die Verwaltung für ausgeräumt: Die private Grünfläche bleibe weitgehend erhalten, laut Schallgutachten würden Lärmgrenzwerte teils deutlich unterschritten. Auch das Argument, dass es wegen Corona keinen Bedarf an Studierendenwohnungen mehr gebe, lässt die Stadt nicht dauerhaft gelten. Eine geforderte Tiefgarage sei nicht möglich, weil sie Reste des denkmalgeschützten Albersweiler Kanals zerstören würde. Und ein Verkehrsgutachten habe bestätigt, dass der Verkehr mindestens befriedigend, teils sogar gut bis sehr gut fließen könne.

Teile des Albersweiler Kanals, der zum Bau der Festung Landau für den Antransport von Steinen aus dem Steinbruch bei Albersweiler angelegt worden war, sind vergangenes Jahr bei Ausgrabungen auf dem Aldi-Parkplatz gefunden worden.

Ein zweites Studierendenwohnheim über dem Aldi-Markt in der Maximilianstraße wird in Kürze fertiggestellt sein.

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