Landau / Pirmasens B10: Ausbau im Sinn der Anlieger gefordert

Die B10 bei Albersweiler.
Die B10 bei Albersweiler.

Der RHEINPFALZ-Beitrag „B10: Warum der Dauerstreit nicht endet“ ist nicht unwidersprochen geblieben. Die schärfste Kritik kommt von Ernst Gerber, dem Kopf der Interessengemeinschaft Queichhambach/Gräfenhausen.

Gerber schreibt, in dem „Besinnungsaufsatz“ seien die Menschen der Verbandsgemeinde Annweiler, die im Einflussbereich der Tunnel wohnen und mit der jetzigen B10-Situation leben müssten, nicht bedacht worden. Nach Ansicht Gerbers lehnt der BUND „fundamentalistisch alles ab, was mit einer verkehrstechnischen Verbesserung der Situation der betroffenen Menschen vor Ort zu tun“ habe. Erich Weiß, Vorsitzender der Ausbaubefürworter von „B10 - vierspuriger Ausbau jetzt“ habe sich zumindest von der sturen Verfolgung des Ausbauzieles um jeden Preis abgewandt und verfolge nun den Ausbau nach der vom Ortsbeirat Queichhambach erarbeiteten Bürgervariante.

Anlieger wollen Basistunnel

Diese „Queichhambacher Variante“ sieht im Wesentlichen einen vierspurigen Basistunnel und eine überdachte Troglösung bis Queichhambach vor, um Belastungen der Anlieger durch den starken Verkehr möglichst gering zu halten. Gerber hält dies für eine Lösung, die den Bürgern dient und Kollateralschäden für die Biosphäre minimiert. Beim Landesbetrieb Mobilität ist sie allerdings bisher wegen der hohen Kosten von derzeit 392 Millionen Euro durchgefallen.

Erich Weiß setzt sich kritisch mit dem im Beitrag genannten Aspekt einer Streckensperrung für Lastwagen im Transitverkehr auseinander. Weil die bestehende Trasse nirgends Ortsdurchfahrt sei, komme eine Sperrung nicht infrage. Das habe der Verkehrsrechtsexperte Professor Michael Ronellenfitsch schon vor Jahren in der Mediation dargelegt.

200 Windräder zur Kompensation

Zudem sei im Bezirkstag schon vorgerechnet worden, dass eine Umleitung des Lkw-Verkehrs so viel Kohlendioxid zusätzlich ausgestoßen würde, wie er durch 200 Windräder eingespart würde. Außerdem verweist er auf die jüngste IHK-Standortumfrage, die abermals gezeigt habe, dass in der Südwestpfalz mit Pirmasens und Zweibrücken einzig die Verkehrsanbindung eindeutig schlechter bewertet werde als im Rest der Pfalz, und er argumentiert, dass ein Ausbau schwere Unfälle vermeiden könne.

Erich Mohr vom BUND verweist darauf, dass auch die BI Queichtal und die elsässische Umweltschutzorganisation Alsace Nature den Ausbau ablehne. Er weist auch den Vorwurf, dass beide Seiten nicht miteinander reden, insofern zurück, als die Ausbaugegner bei ihrer jüngsten Resolution gegen den Ausbau der Pirmasenser BI einen Dialog angeboten habe, die jedoch abgelehnt habe.

x