Kommentar RHEINPFALZ Plus Artikel Alibipolitik

Christof Reichert
Christof Reichert

Die Bürgerinitiative Queichtal hat recht: An der B10 muss etwas passieren, bevor irgendwann einmal der vierspurige Ausbau kommt.

Mehr als einen Stempel in seinem Fleißkärtchen hat sich der CDU-Landtagsabgeordnete Christof Reichert mit seiner Unfallstatistik nicht erarbeitet. Man muss nicht einmal darauf herumhacken, dass ihm bei seiner Auswertung ein grober Schnitzer unterlaufen ist. Dass eine vierspurige Strecke mit Mittelleitplanke bei annähernd gleichem Verkehrsaufkommen tendenziell sicherer ist als eine dreispurige ohne, ist eine Binsenweisheit.

Die BI Queichtal hat in einem entscheidenden Punkt recht: Es muss darum gehen, die wirklich gefährlichen Streckenabschnitte zu entschärfen, bevor irgendwann einmal der Ausbau kommt – wenn er denn kommt. Dazu hört man von Reichert nichts.

Dass nicht einmal die wirklich schmalen Abtrennungen zwischen den Fahrspuren, wie sie bei Baustellen gang und gäbe sind, laut LBM auf der B10 eingebaut werden können, ist ein Armutszeugnis. Hier hätte sich der Abgeordnete Meriten erwerben können. Und was genau spricht gegen mehr Tempolimits und mehr Blitzer? Es muss doch einen Grund haben, dass die Tunnel bei Annweiler, die wegen der Lkw wahrhaftig keine Wohlfühlzonen sind, selbst in Reicherts Auswertung vergleichsweise gut abschneiden, in zwei von fünf Jahren sogar besser als der vierspurige Abschnitt A62 bis Hinterweidenthal.

Dass man von Reichert keinen Vorstoß erwarten kann, die Lkw als Hauptproblem von der B10 zu verbannen, wie es die BI gerne hätte, liegt auf der Hand: Dann wäre das Ausbauargument weg.

So gesehen, ist Reicherts Argumentation sogar zynisch. Anstatt sich für die Lösung vorhandener Probleme einzusetzen, nutzt er sie für seine politische Agenda: den vierspurigen Ausbau durchzudrücken, koste es, was es wolle.

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