Kommentar
Abgebügelt

Aus Gründen der „Staatsräson“ mag es richtig gewesen sein, den Antrag von FWG und SPD zur Gleichstellung von Zisternen mit Regenrückhaltedächern in den Neubaugebieten der Stadt abzulehnen. Inhaltlich war es falsch.
Nachvollziehbar ist, dass die Verwaltung nicht das Fass der Regenrückhaltung für vier neue Baugebiete wieder aufmachen will, weil dann große Zeitverluste gedroht hätten. Nicht nachvollziehbar ist jedoch, mit welcher Hartleibigkeit das Retentionsdach als allein seligmachend propagiert wird. Denn das ist ein Flachdach, das nicht unbedingt zum dörflichen Erscheinungsbild passt, außerdem ist es technisch aufwendig und entsprechend teuer. Und vermutlich ist es auch kaum so lange dicht wie ein gutes, geneigtes Dach.
Die Antragsteller hatten recht damit, dass ein Satteldach mit Solaranlage plus Zisterne eine mindestens ebenso gute, vermutlich eher sogar bessere Lösung ist. Unter einer Bedingung: Die Stadt argumentiert, dass die Zisterne im Zweifelsfall voll ist, wenn sie gebraucht wird, und dass die Aufsichtsbehörden sie nicht als Bestandteil von Entwässerungskonzepten akzeptieren. Das hört sich leider sehr deutsch an: geht nicht, haben wir noch nie so gemacht, machen wir nicht.
Wirklich überzeugend ist das nicht. Warum kann man nicht die Zisterne ebenso wie das Flachdach kontinuierlich entleeren, beispielsweise über eine solarbetriebene Pumpe? Dann bietet die Zisterne nicht nur mehr Rückhaltevolumen, sondern lässt auch noch das Dach frei für eine Solaranlage.
An solchen Anlagen herrscht, und auch das war Thema der Ratssitzung, in Landau noch ein riesiger Mangel. Der soll eigens mit einer Solarinitiative abgebaut werden.
Es ist unfair, die berechtigten Argumente der Opposition einfach abzubügeln. Richtiger wäre es, die Anregung aufzugreifen und bei den richtigen Stellen einzuspeisen. Ideen abzuwürgen war noch nie eine gute Idee.
