Vor der Wahl
15 Direktkandidaten im Wahlkreis Südpfalz
Unter den Bewerbern sind bekannte Gesichter wie Thomas Gebhart (CDU), der den Wahlkreis direkt gewonnen hat, Thomas Hitschler (SPD), Tobias Lindner (Grüne) und der FDP-Generalsekretär Volker Wissing aus Barbelroth, aber auch etliche weitere Männer und Frauen, von denen zwei sogar als unabhängige Bewerber antreten, also als echte Einzelkämpfer. Andere Kandidaten und Parteien sind neu und aus aktuellen Themen heraus entstanden, wie zum Beispiel die europafreundliche Volt, die Klimaliste oder die von Querdenkern gegründete Basis.
Zum Südpfalz-Wahlkreis, einem von 15 in Rheinland-Pfalz, gehören die Kreise Südliche Weinstraße und Germersheim sowie die Stadt Landau. 2017 hatte es dort gut 217.000 Wahlberechtigte gegeben.
Hoher Briefwahl-Anteil
Der seit Jahren zu beobachtende und durch Corona befeuerte Trend zur Briefwahl hat sich fortgesetzt: Beispielsweise in der Verbandsgemeinde Edenkoben haben schon 8662 Wählerinnen und Wähler Briefwahl beantragt. Das sind 55 Prozent der 15.724 Wahlberechtigten (Stand Mittwoch). In Landau hatten bis Donnerstagmittag 17.523 der 35.941 Wahlberechtigten Briefwahl beantragt, mithin fast 49 Prozent.
Wer seine Briefwahlunterlagen noch nicht zurückgeschickt hat, sollte sich gut überlegen, ob er sie noch auf die Post gibt oder nicht lieber selbst im Rathaus (Landau) oder bei seiner Verbandsgemeinde einwirft. Sie müssen dort am Sonntag um 18 Uhr eingegangen sein. Wer eigentlich ins Wahllokal wollte, aber kurzfristig erkrankt, kann auch am Wahlsonntag noch Briefwahl beantragen.
Es gibt besondere Stimmzettel
In zwei Briefwahlbezirken in Landau (Max-Slevogt- und Otto-Hahn-Gymnasium) haben die Briefwähler besondere Wahlzettel bekommen, auf denen ihr Geschlecht und ihr Alter (nach sechs Gruppen) vermerkt ist. Die Ergebnisse fließen in eine repräsentative Wahlstatistik ein. Dies hat nichts mit einer Prognose oder Hochrechnung zu tun. Die Auswertung wird erst etwa vier Monate nach der Wahl veröffentlicht.
Der hohe Anteil an Briefwählern hat auch Einfluss auf unsere Ergebnis-Berichterstattung: Die Verwaltungen haben zusätzliche Wahlteams gebildet, die am Sonntag ab 18 Uhr nur Briefwahlstimmen auszählen. Dabei zählt ein Team die Briefwahlstimmen aus mehren Bezirken aus, beispielsweise für Arzheim, Mörzheim und Wollmesheim. Das bedeutet, dass die Briefwahlstimmen nicht mehr dem jeweiligen Stadtteil oder Dorf zugerechnet werden können. Daher werden wir (mit wenigen Ausnahmen im Kreis Germersheim) auch nur noch Tabellen auf Verbandsgemeindeebene abdrucken. Außerdem kann es passieren, dass in kleinen Orten am Wahlabend weniger als 50 Stimmen in der Urne gelandet sind. Der Bundeswahlleiter hat angeordnet, dass in solchen Fällen zur Wahrung des Briefgeheimnisses der Inhalt einer solchen Urne in einem Nachbarwahllokal mit ausgezählt wird. Das kann in neun Gemeinden im Kreis SÜW passieren, beispielsweise in Sarnstall, Blankenborn, Flemlingen und Klingen.