Lokalsport Südpfalz Zum Bierchen mit Henning Fritz und Glandorf

LANDAU (tca/thc). „European Handball Manager“ heißt der „Studiengang“ an der Sporthochschule in Köln, den Ulf Meyhöfer belegt hat. Der 53-Jährige engagiert sich als sogenannter Lernpate in der Trainingsarbeit der HSG Landau/Land (wir berichteten).
Meyhöfer ist 1971 zum Handball gekommen, er war Spieler, Übungsleiter, Trainer, Schiedsrichter, Funktionär. Seine Vereinsstationen waren 1. FC Saarbrücken, TSG Kaiserslautern, TuS Lachen-Speyerdorf, TSG Haßloch und TG Oggersheim. Über die Freundschaft zu HSG-Leiter Volker Steiner sei er zur HSG Landau/Land gekommen, Steiner und Wolfgang Baum, dessen sportlichen Werdegang er sehr schätze, hätten ihm eine Möglichkeit angeboten, sich trotz zeitlicher Engpässe weiter im Handball zu engagieren. Baum hatte die Nußdorfer Frauen einst in die Zweite Liga geführt. Aufgrund seiner beruflichen Verpflichtung als Manager bei der BASF sei es ihm nicht mehr möglich, eine Mannschaft zu trainieren, so Meyhöfer. Er unterstütze die Trainingsarbeit als „Lernpate“, gestalte unter anderem Trainingspläne und Konzepte aus. Am 1. Juli 2015 fiel der Startschuss für den ersten Jahrgang des Zertifikatsstudiums, das in Kooperation der Deutschen Sporthochschule Köln mit der Europäischen Handball-Föderation (EHF) konzipiert wurde. Meyhöfer „büffelt“ mit Henning Fritz und Holger Glandorf, aus der Region seien Lisa Heßler (TSG Friesenheim) und Kai Christmann (zuletzt TuS Dansenberg) dabei. Die Lerngruppe sei gemeinsam im Gästehaus der Sporthochschule untergebracht. In der Freizeit während der „Präsenzphasen“ wird gemeinsam Sport getrieben. „Das beginnt beim gemeinsamen Frühsport und endet abends beim gemeinsamen Badminton- oder Fußballspielen. Das gemeinsame Bierchen zum Tagesabschluss darf natürlich auch nicht fehlen“, erzählt Meyhöfer. Das Zertifikatsstudium ist berufsbegleitend konzipiert und unterteilt sich in Selbststudien- und Präsenzphasen mit insgesamt 250 Unterrichtseinheiten. Zulassungsvoraussetzung: ein abgeschlossenes Hochschulstudium, eine kaufmännischen Ausbildung und mindestens zwei Jahre Tätigkeit in verantwortungsvoller Position im professionellen Handball oder mindestens fünf Jahre hauptberuflich Trainer oder Spieler. Ziel sei es, so Meyhöfer, durch eine handballspezifische Aus- und Weiterbildung die Teilnehmenden so zu qualifizieren, dass sie Markt- und Umweltveränderungen mit innovativen sowie kreativen Lösungsansätzen begegnen können. Neben ökonomischen Inhalten seien sportrechtliche, psychologische und kommunikative Aspekte Teil des Studiengangs. Mit Referenten wie EHF-Generalsekretär Michael Wiederer, Sylvia Schenk, Leiterin der Arbeitsgruppe Sport bei Transparency Deutschland, oder Martin Gutzeit, Lehrstuhlinhaber für Bürgerliches Recht, Arbeitsrecht und Sozialrecht an der Justus-Liebig-Universität Gießen, werde eine qualitativ hochwertige akademische Ausbildung mit unmittelbarem Praxisbezug gewährleistet, meint Meyhöfer. Andreas Thiel, der ehemalige Nationaltorhüter und Justiziar der Handball-Bundesliga, habe für eine praxisnahe Verflechtung von Rechtswissenschaft und professionellem Handballsport gesorgt. Das Zertifikatsstudium besteht aus fünf Modulen: Ökonomische und rechtliche Grundlagen des Team-sports, Teamsport Governance, Marketing und Sponsoring, Finanzierung und Lizenzierung , Medien- und Kommunikationstraining. Bis Dezember kümmerte Meyhöfer sich bei der HSG in Landau um die weibliche E- und D -Jugend. Mit den Trainerinnen habe es enormen Zulauf gegeben. Seit Januar unterstützt er die männliche D-Jugend. Hier gehe es um eine Trainingskonzeption. Was im professionellen Handball passt, kann auch im breitensportlichen Umfeld sinnvoll genutzt werden, meint der 53-Jährige. Das Studium zeige, dass es durchaus Synergien zwischen Sportmanagement und seiner Erfahrung als Manager in der Wirtschaft gebe.