Lokalsport Südpfalz RHEINPFALZ Plus Artikel Sportsfrauen: Judith Köhrer – Bad Bergzaberns Basketballerin und ihr Saxofon

Judith Köhrer am Altsaxofon beim Soundcheck vor einem Gig mit der Köhrer-Connection in der „Tante Betty Bar“ in Nürnberg.
Judith Köhrer am Altsaxofon beim Soundcheck vor einem Gig mit der Köhrer-Connection in der »Tante Betty Bar« in Nürnberg. Foto: privat

Sport und Musik prägen Judith Köhrer. Die erfolgreichste Spielerin des Basketball-Oberligisten TV Bad Bergzabern hat mit anderen die Köhrer-Connection gegründet, im Sommer gab die Gruppe sechs Konzerte. Das Saxofon ist eines ihrer Lieblingsinstrumente. Was hat sie von ihrem Vater, was von ihrer Mutter?

Musik oder Sport. So ist es meist, wenn sich ein Kind für ein Talent entscheidet. Judith Köhrers Lebensmotto ist Sport und Musik. Sie verbindet ihre Begabung in beiden Bereichen, ist die erfolgreichste Korbjägerin des TV Bad Bergzabern. Die Fächer der angehenden Gymnasiallehrerin: Sport und Musik.

Mit ihr feierten die Damen des TV Bad Bergzabern die Meisterschaft in der Basketball-Landesliga und den Pfalz-Pokalsieg. Das TVB-Eigengewächs steht in der laufenden Oberliga-Meisterschaft bei 71 Treffern. Die schnelle Flügelspielerin ist beste TVB-Werferin. Sie belegt landesweit den sechsten Platz in der Topscorer-Liste, glänzt an der Freiwurflinie (70-Prozent-Ausbeute).

Seit zehn Jahren trägt die in Bad Bergzabern aufgewachsene Köhrer das TVB-Trikot. Seit der U12. Sie ist allgemein sportbegeistert. Das gab ihr, wie Köhrer verrät, wohl ihr Vater in die Wiege, der früher ein guter Schwimmer und viel mit dem Fahrrad unterwegs war. Im Sommer ist Beachvolleyball angesagt. Wenn nicht im Urlaub, dann so oft wie möglich im Freibad in Bad Bergzabern.

Die Köhrer-Connection

Ihr Vater brachte wohl die sportlichen Gene ein. Das Musikalische kommt wohl von ihrer Mutter, früher klassische Sängerin in Köln. Bereits im Kindesalter saß Judith Köhrer am Klavier. Mit Eintritt ins Gymnasium förderte die Bläserklasse unter der Leitung von Peter Kusenbach ihre Karriere. Ihre Lieblingsinstrumente: Querflöte und vor allem das Saxofon. Das Proben in der Schule und die Auftritte mit der Bigband Deluxe begeisterten sie. Konzertreisen, unter anderem an den Gardasee, in die Schweiz oder USA, sind unvergessliche Erlebnisse.

Die intensive Entfaltung im Musikunterricht zeichnete ihren weiteren Weg vor: Parallel zur Vorbereitung aufs Abitur vertiefte sie ihr musikalisches Können in Karlsruhe in verschiedenen Orchestern, wie bei der Bigband des badischen Konservatoriums oder dem Landesjugend-Jazzorchester Baden-Württemberg. Das jüngste Projekt ist ein besonders spannendes: die Köhrer-Connection. „Gemeinsam mit meinem Bruder Martin sowie Kommilitonen von ihm und mir habe ich eine Band gegründet, die Köhrer-Connection. Das Besondere daran ist, dass die Musiker nicht an einem Ort zusammen sind, sondern aus Bad Bergzabern, Köln, Stuttgart, Nürnberg und sogar Lissabon kommen“, erzählt Judith Köhrer. „Im Sommer trafen wir uns eine Woche zum gemeinsamen Proben und gaben dann anschließend sechs Konzerte in acht Tagen.“

Jazz am Weintor

Ein Heimspiel der besonderen Art war das Konzert „Jazz am Weintor“ an den Musiktagen Südliche Weinstraße. Auch Auftritte in Jazzclubs in Freiburg und Stuttgart oder der Jazz-Bar in Mannheim sorgten bei der leidenschaftlichen Saxophonistin für unter die Haut gehende Eindrücke. „Richtig cool war auch der Abschluss-Auftritt in der Engel-Apotheke in Landau. In dem Gewölbekeller herrschte bei unserem Konzert eine Super-Atmosphäre“, sagt Köhrer. „Viele Freunde und Bekannte aus der Region waren gekommen. Echt stark!“

Nach den Erfolgen in diesem Jahr plant die Köhrer-Connection für August 2020 eine Wiederholung der außergewöhnlichen Konzert-Tour. „Musik macht mir riesig viel Spaß, weil ich kreativ sein und mich künstlerisch entfalten kann“, sagt die 22-Jährige. „Das Miteinander-Musizieren fasziniert mich. Musik gemeinsam entstehen zu lassen – das hat einen besonderen Reiz.“

Mit ihrem Bruder Martin (24), ebenfalls Saxophonist und Student an der Hochschule für Musik in Nürnberg, verbindet Judith Köhrer viel. Auch ihr zweiter Bruder Jonas (26), Student für Sozialwissenschaften an der Hochschule Köln, hat eine Vorliebe für Musik. Er spielt Posaune.

Hobbys im Beruf vereinen

Nach dem Abitur 2016 am Alfred-Grosser-Schulzentrum entschied sich Judith Köhrer für ein Musikstudium mit Hauptfach Saxofon an der Hochschule für Musik in Köln. „Nach zwei Semestern habe ich gemerkt, dass dieser Weg mir zu einseitig ist. Ich brauche die Abwechslung. Deshalb habe ich mich in der Freizeit nie für Musik oder Sport, sondern immer für Musik und Sport entschieden“, begründet die Südpfälzerin den Richtungswechsel. „Mir hat während des Musikstudiums schlichtweg der Sport gefehlt. Deshalb habe ich mich auch für ein neues Studium Lehramt für Gymnasien entschieden.“

In Mainz absolvierte sie die Eignungsprüfung im Laufen, Schwimmen und den drei Ballsportarten Basketball, Volleyball und Fußball: „Es passte alles und es war die richtige Entscheidung.“ Sie findet mit der ungewöhnlichen Kombination den perfekten Ausgleich und rückt beide großen Leidenschaften in den Mittelpunkt ihrer beruflichen Karriereplanung. Musik und Sport sorgen für die richtige Balance in ihrem Leben.

Zur Sache: Spiel am Samstag, 16 Uhr

Judith Köhrer spielt am Samstag um 16 Uhr in der heimischen Kreishalle wieder Basketball. Ihre Mannschaft triff in der Oberliga auf die SG DJK Saarlouis-Roden/BBF Dillingen II. Im letzten Heimspiel dieses Jahres steht das Team um Trainer Klaus Fremgen unter Druck. Nach zwei Niederlagen hat der Aufsteiger Tuchfühlung zu der Abstiegszone. Der Gegner steht einen Platz schlechter.

Uwe Eid

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