Hintergrund RHEINPFALZ Plus Artikel Eine Küche für die Olympiasiegerin

Von Lausanne zur Autogrammstunde im Möbelhaus: Yemisi Ogunleye.
Von Lausanne zur Autogrammstunde im Möbelhaus: Yemisi Ogunleye.

Nachdem er erfahren hat, dass Yemisi Ogunleye gerne kocht, lädt Firmenchef Matthias Gilb die Athletin aus Bellheim ins Möbelhaus ein. Er hat ein großes Geschenk für sie.

Großer Bahnhof in der Küchenwelt Strohmeier-Gilb für das „Gold-Mädchen“ aus Bellheim. Als Anerkennung und Belohnung spendiert das Traditionshaus der 25-jährigen Goldmedaillen-Gewinnerin Yemisi Ogunleye eine maßgeschneiderte Küche. Die Kugelstoßerin darf sie nach ihren Bedürfnissen für ihre künftige eigene Wohnung gestalten.

„Wir sind stolz darauf, dass sie aus Bellheim kommt, und dass sie in dieser Disziplin nach 28 Jahren wieder Gold nach Deutschland holte,“ so der Chef des Hauses, Matthias Gilb. Nachdem er erfuhr, dass Ogunleye leidenschaftlich gerne kocht, war die Idee für das Geschenk geboren.

Direkt von Lausanne

Viele Fans, unter anderem der Bellheimer Lord, erwarteten die Athletin, die zusammen mit ihrer Trainerin Iris Manke-Reimers direkt von Lausanne anreiste, wo sie am Donnerstag beim Diamond-League-Meeting den zweiten Platz belegte. Nach ihrer Olympia-Weite von 20,00 Metern schaffte sie in der Schweiz 19,55 Meter und musste sich den 20,64 Metern der US-Amerikanerin Chase Jackson geschlagen geben, die in Paris das Finale der Besten verpasst hatte. „Mehr als zufrieden mit der Weite“ kam Ogunleye zurück in heimatliche Gefilde, wo Jung und Alt von und mit ihr ein Foto haben wollte, vor allem nachdem die Sportlerin ihre Medaille angelegt hatte. Das Junior-Team des Möbelhauses empfing den Gast in gelben „Yemisi“-T-Shirts. Seniorchef Hans Gilb ließ sich das nicht entgehen.

Noch drei Wettkämpfe

Drei Wettkämpfe hat Ogunleye jetzt noch vor sich, unter anderem das Internationale Stadionfest (Istaf) am 1. September im Olympiastadion in Berlin. Dann möchte sie erst einmal etwas pausieren und nach den Anstrengungen und dem Trubel der letzten Zeit zur Ruhe kommen. Große Erfolge in diesem Jahr waren bereits Gold bei den deutschen Hallenmeisterschaften in Leipzig und der deutschen Meisterschaft in Braunschweig, Bronze bei der Europameisterschaft in Rom und Silber bei der Hallenweltmeisterschaft in Glasgow. Den größten Sieg errang die Kugelstoßerin nun bei Olympia.

Yemisi Magdalena Ogunleye ist in Germersheim geboren, sie ging in Bellheim, Landau und Rülzheim zur Schule. Bei Jugendtrainerin Conny Wolff turnte sie im TV Schwegenheim, doch ihre Körpergröße von 1,85 Metern wurde ihr zum Nachteil. So wechselte sie zur Leichtathletik in die TSG Haßloch. Zwei Bänderrisse und daraus folgende Operationen zwangen sie dazu, den Mehrkampf aufzugeben. Die Disziplin, die ihr blieb, war das Kugelstoßen. Mit 16 Jahren kam sie zur MTG Mannheim und zu ihrer Trainerin Manke-Reimers, die sie seitdem begleitet.

Fotokarten mit Unterschrift

Eine lange Schlange bildete sich, als Ogunleye zur Autogrammstunde ins benachbarte Polster- und Bettengeschäft Trösser umzog. Vor allem die Südpfälzer Jugend wollte sich eine Fotokarte mit der Unterschrift ihres Idols abholen. Die zehnjährige Klara war mit ihrer Familie mit dem Rad aus Kuhardt gekommen, weil sie sich dieses besondere Erlebnis nicht entgehen lassen wollte.

Stolz berichtete sie, dass sie den Wettbewerb im Kugelstoßen im Pariser Stadion vor Ort miterlebt habe. Die etwa gleichaltrige Helena hat die Leichtathletikwettkämpfe im Fernsehen verfolgt.

Masterstudium kann warten

Dass es vor Ort manche gibt, die „Yemi“ ein Stück ihres Lebens begleitet hatten, hörte man aus den Äußerungen der jungen Autogrammjägerinnen Lena und Milena, deren Papa beziehungsweise Opa schon mit ihr zu tun gehabt haben. Daniel Blum, Geschäftsstellenleiter von Trösser in Bellheim und Ausrichter der Autogrammstunde, gönnte der Sportlerin und dem Ort aus vollem Herzen die Aufmerksamkeit.

Yemisi Ogunleye wohnt aktuell in Mannheim, sie hat im Frühjahr ihren Bachelor-Abschluss im Studiengang Sonderpädagogik an der PH Heidelberg erlangt. Als Sportsoldatin hat sie die Fortsetzung im Masterstudiengang momentan hintenan gestellt,

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