Hermersbergerhof RHEINPFALZ Plus Artikel Zwei Vereine, ein Ziel: Erhalt und Betreuung des Luitpoldturmes

Zu jeder Jahreszeit ein beliebtes Ausflugsziel: der 112 Jahre alte Luitpoldturm.
Zu jeder Jahreszeit ein beliebtes Ausflugsziel: der 112 Jahre alte Luitpoldturm.

Für den Erhalt des historischen Luitpoldturmes setzen sich zwei Vereine ein: der Luitpoldturmverein, der im September 2007 aus der Taufe gehoben wurde, und der Luitpoldturm-Förderverein Hermersbergerhof, den es seit April 2017 gibt. Beide verfolgen identische Ziele. Aber grün sind sie sich nicht.

Ob sich eine Annäherung, eine Kooperation für das gleiche Ziel realisieren lässt, bleibt abzuwarten. Der neugewählte Vorsitzende des Luitpoldturmvereins, Werner Dexheimer, will das prüfen. Wie die RHEINPFALZ am 2. März informierte, stand aufgrund des plötzlichen Todes des Gründers und Vorsitzenden des Luitpoldturmvereins, Klaus Albert, eine Neubesetzung des Vorstands an. Corona bedingt war dies jedoch nur im schriftlichen Umlaufverfahren möglich. Werner Dexheimer ist seit der Wahl im Februar neuer Vorsitzender. Seit 2009 gehört er dem Verein an, seit 2015 fungiert er als Schatzmeister. Dieses Amt führt er weiter.

Der Erstverein hat seinen Sitz auf dem Hermersbergerhof. Die Vereinssatzung nennt als Ziele den Erhalt des baulichen Zustands des Turmes, die Verbesserung des Zustands und das Sammeln von Spenden zu diesem Zweck. Außerdem will der Verein den jederzeit freien Zugang zum Turm sowie die ungehinderte Sicht für jedermann gewährleisten und „die Wertschätzung des Turms und seines Fernsichterlebnisses in der Öffentlichkeit lebendig erhalten“.

Seit 2016 Vertragspartner des Landes

Deshalb wurde mit dem Land Rheinland-Pfalz, vertreten durch das Forstamt Hinterweidenthal, 2016 ein Vertrag geschlossen. Dieser gestattet dem Luitpoldturmverein unter Beachtung des Denkmalschutzes den Aussichtsturm zu betreuen, seinen sach- und funktionsgerechten Allgemeinzustand zu bewahren und ihn für die Allgemeinheit für Erholungszwecke zugänglich zu halten, ohne dass der Verein dadurch eine rechtliche Verpflichtung übernimmt. Das Forstamt Hinterweidenthal als Vertreter von Landesforsten Rheinland-Pfalz wird dabei im Rahmen seiner forstbetrieblichen Möglichkeiten den Luitpoldturmverein bei der Umsetzung des Vertragszwecks unterstützen.

Franz Mayer, Gründungsmitglied und ehemaliger stellvertretender Vorsitzender des Luitpoldturmvereins, hob im April 2017 den Luitpoldturm-Förderverein Hermersbergerhof aus der Taufe. Dies geschah nach „Querelen in der Vorstandschaft“ des alten Vereins. Als Ziele verfolgt der Förderverein die Zusammenarbeit mit dem Pfälzerwald-Verein, der den Turm erbaute, und dem Land Rheinland-Pfalz, vertreten durch Landesforsten und das Forstamt Hinterweidenthal. Der Förderverein wollte den Aufbau einer Internetpräsentation des Aussichtsturms vorantreiben.

Der Luitpoldturm steht als Aussichtsturm auf 610 Metern Höhe. Er wurde 1909 eingeweiht. Der Buntsandsteinturm wurde nach Prinzregent Luitpold von Bayern benannt. Pfarrer Johann Martin Jäger, der unter seinem Pseudonym „Fritz Claus, Sänger des Pfälzerwaldes“ besser bekannt ist, zählte zu den Initiatoren des Turmbaus und stand damals an der Spitze des PWV. Er legte die Grundlage zur Verbreitung des Namens „Pfälzerwald“ und stieß so die spätere touristische Nutzung des Namens an. Turm und Pfälzerwald entwickelten sich zu einem Aushängeschild und zum Besuchermagneten.

Sanfte Annäherung zwischen den Vereinen

Die touristische Vermarktung des Turms und damit die Präsentation der Heimat Pfälzerwald liegt beiden Vereinen am Herzen. Sie verfolgen damit die Ziele, die sich schon Fritz Claus auf seine Fahnen geschrieben hatte. Obwohl verschiedene Presseveröffentlichungen eher ein konkurrierendes Vereinsgebaren nach außen transportierten, haben beide Vereine das gleiche Interesse: den Luitpoldturm und die Heimat Pfälzerwald positiv als Werbefaktor darzustellen.

Die Harmonie, bei gleicher Zielsetzung, ist auch ein besonderes Anliegen des Vorsitzenden des Luitpoldturmvereins, Werner Dexheimer. Auf RHEINPFALZ-Nachfrage berichtete er von einem längeren Telefonat mit Franz Mayer, dem Vorsitzenden des Luitpoldturm-Fördervereins Hermersbergerhof. Dabei habe er versucht „herauszufinden, ob eine gemeinsame Basis für die von beiden Vereinen verfolgte gleichlautende Zielsetzung, nämlich den Luitpoldturm zu erhalten und zu betreuen, gefunden werden kann“. Das Gespräch sei ergebnisoffen geblieben, so Dexheimer. Vorstellbar sei ein Treffen in naher Zukunft, bei dem über das weitere Vorgehen und eine Kooperation beraten werden soll.

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