Hermersbergerhof
Luitpoldturm: Die Kaminaffäre wirkt nach
„Es geht zuverlässig und verantwortungsvoll im Sinne des Gründers Klaus Albert weiter.“ Das ist der Plan von Gründungsmitglied und Schatzmeister Werner Dexheimer, der wohl künftig den Verein führen wird, und vom Schriftführer und Justiziar des Luitpoldturmvereins, Stephan Neuberger. Im Gespräch mit der RHEINPFALZ würdigten sie die großen Verdienste Alberts um den Erhalt und die nachhaltige Renovierung des Luitpoldturmes.
Die Unterhaltung des 1909 eingeweihten Luitpoldturms ist nach wie vor eine Herausforderung. Das Buntsandstein-Mauerwerk bereitet Sorgen, Sanierungsarbeiten stehen bevor. Zuletzt suchten Vandalen den 112-jährigen Luitpoldturm heim, grillten im Kaminzimmer und verunreinigten es. In der Folge ließ die Forstverwaltung, die für den Turm zuständig ist, den Kamin zumauern.
Empört über zugemauerten Kamin
Das habe den Verein völlig unvorbereitet getroffen. „Wir konnten uns nicht erklären, wer zu solch einer Aktion fähig ist“, sagte Dexheimer. Von der Aktion erfuhren sie aus der Presse. „Empörte Mitglieder unseres Vereins fuhren auf Geheiß von Klaus Albert sofort zum Turm und brachten die Sache wieder in Ordnung“, informierte Dexheimer. Jurist Neuberger betonte, dass einzig und allein der Luitpoldturmverein den Vertrag mit dem Land Rheinland-Pfalz über die Unterhaltung des Turms geschlossen habe. Die Vereinsführung stimme jede einzelne Maßnahme mit dem Denkmalschutz ab. „Was hier gemacht worden war, war ein Sakrileg, eine Freveltat, die sich gegen die Besucher richtete. Es war ein schlimmer Verstoß gegen den Denkmalschutz“, wetterte Neuberger.
Ein Lob sprachen Dexheimer und Neuberger den Besuchern des Luitpoldturms aus. Die Gäste des 34 Meter hohen Gebäudes, das von seiner Plattform eine fantastische Aussicht bietet, verhielten sich überwiegend vorbildlich. Das neben dem Kamin bereitgestellte Kehrset werde benutzt und finde seinen Weg auch wieder zurück. Jedenfalls, so die Luitpoldturmler, können die Besucher nun wieder den Kamin nutzen.
Neuen Schaukasten gestohlen
Ärger gab es auch um den Schaukasten, der im Kaminzimmer aufgehängt worden war. Das hatte die Denkmalschutzbehörde gestattet. Der Kasten beinhaltet Wissenswertes zum Turm, die Rede, die Fritz Claus anlässlich der Einweihung 1909 hielt, ebenso Tipps zur Benutzung des Raumes und des Kamins. Der Schaukasten hing kaum drei Wochen, schon sei er aufgebrochen, abgerissen und gestohlen worden. Der Verein habe Anzeige erstattet. Mittlerweile hängt ein neuer Kasten dort. „Er wird immer wieder aufgebrochen und unser Aushang entfernt“, berichtete Neuberger frustriert. Nach einem Tipp gebe es einen konkreten Tatverdacht, sagen die Vorstände.
Neue Fugen für die Wetterseite
Sie kündigten an, dass der gebrochene Sandstein am Kamin repariert werde. Zwei abnehmbare Fensterelemente für den Kaminraum seien bestellt worden. Diese könnten bei Veranstaltungen zum Schutz eingestellt werden. Das Mauerwerk an der Wetterseite des Turms soll neu verfugt werden. Die große Sitzgruppe im Freien, die rund 2000 Euro kostete, werde von den Besuchern gerne angenommen. Angestrebt wird, dass künftig die Generaldirektion Kulturelles Erbe den Turm in seinen Verantwortungsbereich übernimmt. Bislang ist die Forstverwaltung für ihn zuständig. Dexheimer und Neuberger erwarten, dass diese Übertragung in den nächsten Wochen geschieht.