Südwestpfalz RHEINPFALZ Plus Artikel Wie steht es um das Bäckerhandwerk?

Viel Handwerk, aber auch Arbeit mit computergesteuerten Anlagen erfordert das Bäckerhandwerk.
Viel Handwerk, aber auch Arbeit mit computergesteuerten Anlagen erfordert das Bäckerhandwerk.

Wie viele junge Menschen erlernen noch den Bäckerberuf, wie viele Betriebe gibt es in der Südwestpfalz noch? Wir haben anlässlich des Meister-Wechsels in der Bäckerei-Konditorei Zürn in Hinterweidenthal die Handwerkskammer dazu befragt.

Wie viele Azubis haben 2022 die Gesellenprüfung bestanden?
Im Bereich der Handwerkskammer waren es 22 Bäcker, 15 Konditoren und 28 Bäckerei-Fachverkäufer. Die Statistik für die Südwestpfalz ist noch nicht abgeschlossen. Bei der manuellen Auszählung wurden bisher für Pirmasens drei Prüfungen als Bäcker, eine als Konditor und zwei als Fachverkäufer gezählt.

Wie hat sich das verändert?
Es gab einen starken Rückgang. Während 2022 insgesamt 65 Gesellenprüfungen in dem Bereich bestanden wurden, waren es 2012 noch 182 und 2002 waren es 174. Vor zehn Jahren waren es noch 51 Bäcker und 107 Fachverkäufer, 2022 sind es 22 Bäcker und 28 Fachverkäufer.

Wie sieht es bei den Azubis aus?
Vor allem bei den Bäckern gibt es einen Rückgang: 2010 gab es noch 239 Bäcker-Azubis, 2021 noch 79. Bei den Konditoren ist der Rückgang von 62 (2010) auf 49 (2021) weniger massiv.

Wie viele Betriebe gibt es noch?
In die Handwerksrolle eingetragen sind zum 30. Juni 29 Betriebe in der Südwestpfalz: jeweils fünf in Pirmasens und Zweibrücken und 19 im Landkreis Südwestpfalz. 2012 waren es noch 63 Betriebe: 42 im Landkeis, zwölf in Pirmasens und neun in Zweibrücken. Nicht erfasst sind dabei jedoch Filialen oder weitere Verkaufsstellen der Betriebe.

Stirbt der Bäckerberuf aus?
Trotz der großen Konkurrenz durch Supermärkte und den Fachkräftemangel wird sich nach Einschätzung der Handwerkskammer das Bäckerhandwerk behaupten, wenn es auf Qualität und Regionalität ausgerichtet ist. Denn viele Verbraucher seien bereit, mehr Geld für gute und regional produzierte Lebensmittel auszugeben. Außerdem könnten kleinere Bäckereien oft flexibler auf Kundenwünsche reagieren als die Backindustrie. Betriebe könnten auch neue Strukturen schaffen. So gibt es bereits Bäckereien in der Pfalz, die erst mittags öffnen, was sich positiv auf die Arbeitszeiten auswirkt. Wichtig sei es auch, so die Kammer, auf die Vielfältigkeit des Berufes hinzuweisen. Dazu gehören auch weitere berufliche Perspektiven, etwa in der Ernährungsberatung oder als Lebensmitteltechniker.

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