Thaleischweiler-Wallhalben
Wie es mit den Grundschulen in Wallhalben und Rieschweiler-Mühlbach weitergeht
Für beide Standorte sind in der Vergangenheit bereits Machbarkeitsstudien erstellt worden. Aktuell ist das Büro ak(plan) aus Pirmasens mit einer neuen Studie für die beiden Schulen befasst. Noch könnten keine Befunde präsentiert werden, sagte der Bürgermeister der Verbandsgemeinde Thaleischweiler-Wallhalben, Patrick Sema (SPD), in der Sitzung des Schulträgerausschusses. Der Grund: An beiden Schulen hat – wie dies in der neuen Schulbaurichtlinie vorgeschrieben ist – ein Studientag stattgefunden, an dem sich die Lehrkräfte aus pädagogischer Sicht mit der idealen Schule befassen sollten. Das war im Oktober 2024.
Auch ein Jahr darauf lägen die Ergebnisse dieser Tage – das verantwortliche pädagogische Beratungsteam ist beim Land angesiedelt – noch nicht vor, erläuterte Sema. Ohne diese könne jedoch die Machbarkeitsstudie nicht abgeschlossen werden. „Deshalb bekommen sie einen Zwischenstand“, erläuterte der Fachbereichsleiter der Verbandsgemeinde, Mirko Schwarz, dem Ausschuss.
Umzug in frühere Realschule plus geplant
Bezüglich der Grundschule Wallhalben ist beschlossen, dass diese – wenn das Sickingen-Gymnasium Landstuhl die Räume nicht mehr benötigt – in die frühere Realschule plus umziehen wird. Die Nutzung des Gebäudes wäre für die Verbandsgemeinde mit einem Luxusproblem verbunden: „Wir haben dort sehr viele Räume, die wir für die Schule nicht benötigen“, erläuterte Architekt Christoph Arnold von AK(Plan). Vorstellbar sei zum Beispiel, dass die Küche für die Ganztagsschule zusätzlich genutzt wird, um Senioren ein Essensangebot zu unterbreiten. Das müsste allerdings mit der Ortsgemeinde besprochen werden. Denkbar sei auch, dass weitere Flächen für Angebote der Volkshochschule zur Verfügung gestellt werden. Dietrich Bauer (CDU) regte zum Nachdenken darüber an, alle Räume so herzurichten, dass sie im Fall der Fälle nutzbar sind. So würden immer mal wieder Ausweichmöglichkeiten benötigt, zum Beispiel bei Kindergarten- oder Schulsanierungen. Bezuschusst würde dieser Ausbau allerdings nicht. Die neue Schulbaurichtlinie habe klare Vorgaben, was den Platz anbelangt. Bei zweizügigen Schulen wie in Wallhalben und Rieschweiler-Mühlbach werde maximal eine Fläche von 1130 Quadratmetern gefördert.
Aktuell besuchen 132 Schüler die Grundschule in Wallhalben, 54 nutzen das Ganztagsangebot. Baulich ist der Altbau in einem sanierungsbedürftigen Zustand. Für die neue Schule würden 1124 Quadratmeter genutzt, sollte das Raumprogramm umgesetzt werden, sagte Arnold. Nach aktueller Lage verteilten sich die Räume auf zwei Ebenen. Im Untergeschoss sollen sich Funktionsräume – unter anderem ein großer Multifunktionsraum, Lehrerzimmer, Elternsprechzimmer und Räume für die Schulleitung – sowie vier Klassenräume befinden. Im Obergeschoss, das nur zum Teil genutzt würde, könnten vier weitere Klassenzimmer und eine zusätzliche Toilettenanlage angesiedelt werden.
Ständer-Anbau als Lösung für Platzproblem?
Zuviel Platz in Wallhalben, zu wenig Platz in Rieschweiler-Mühlbach: Für die Erweiterung der Schule hatte ein Büro aus Landau bereits 2023 mehrere Varianten untersucht, wie mehr Raum geschaffen werden könnte. Probleme stellen die beengten Verhältnisse und die Topografie dar. 102 Schüler besuchen derzeit die Schule, 43 nehmen aktuell das Ganztagsangebot in Anspruch. Das Gebäude werde derzeit vom Keller bis ins Dachgeschoss zu Schulzwecken genutzt, alle Räume seien sanierungsbedürftig. Damit wären bereits 680 Quadratmeter der aus dem Zuschussprogramm geförderten Fläche verplant. Blieben für die Erweiterung weitere 450 Quadratmeter, die förderfähig sind. Eine Alternative aus der ersten Machbarkeitsstudie wäre der Bau eines weiteren Schulgebäudes, das über den Hohlweg erschlossen werden müsste. Dagegen spreche allerdings vieles – allen voran die räumliche Trennung der Schüler.
Eine andere, von ak(plan) vorgestellte Variante stieß dagegen im Ausschuss auf breite Zustimmung: Dabei handelt es sich um einen auf Ständern errichteten Anbau über der Pausenhalle, der dann im ersten Stock an das bestehende Schulgebäude anschließen würde. Dieser Erweiterungsbau hätte eine Fläche von etwa 320 Quadratmeter und böte unter anderem zwei Klassenräumen Platz. Auch eine weitere Aufstockung wäre bei Bedarf denkbar. Klar ist, dass diese Baumaßnahme nicht mit dem laufenden Schulbetrieb zu vereinbaren wäre. Der Unterricht müsste folglich für voraussichtlich zwei Schuljahre ausgelagert werden. Im Ausschuss herrschte Einigkeit, dass dieser Vorschlag weiterverfolgt und ausgearbeitet werden soll.